20. März 2021
Ausgabe Eppendorf

Platz für den Spatz in der Hafencity

Nistkästen für Haussperlinge im Lohsepark

Mangels Mauernischen nehmen Haussperlinge gerne künstliche Nisthilfen aus Holzbeton an
Foto: Nabu HH

HAFENCITY. Haussperlinge leiden unter Wohnungsnot. Dagegen wollen der Nabu Hamburg und das Netzwerk HafenCity etwas tun: Zum Weltspatzentag am 20. März schufen sie neue Nistplätze im Lohsepark.

Tschilpende Hausspatzen leben als Kulturfolger in der Nähe von Menschen, brüten gerne in Mauernischen oder unter Dachpfannen. Doch der Bestand des früheren Allerweltsvogels sank in den letzten 30 Jahren um die Hälfte. In der roten Liste Hamburg zählt er zu den gefährdeten Arten. „Es ist erschreckend, dass unsere Stadt solchen typischen Arten keinen Lebensraum mehr bietet“, findet der Nabu-Vorsitzende Malte Siegert. Grünflächen müssten erhalten werden, bei Bauvorhaben seien Gebäudebrüter zu berücksichtigen.

„Andernfalls wird die Artenvielfalt in Hamburg deutlich verlieren.“ Auch Gebäudesanierungen seien ein Grund dafür, dass viele Brutstätten verloren gehen. Neubauten böten den Vögeln meist keine Nischen mehr als Unterkunft.

„Sie brauchen offene Flächen für die Nahrungssuche, naturnahe Hecken und Fassadenbegrünungen. Sonnige Gebüsche nutzen sie gerne als Versammlungsplätze“, erklärt Nabu-Ornithologe Marco Sommerfeld.

Glatte Glasfassaden wie in der HafenCity seien für Spatzen nicht attraktiv. Immer wieder gäbe es Konflikte, wenn die Vögel die Dämmung neuer Gebäude nutzen. Deshalb brauche die Sperlingspopulation vor Ort mehr Förderung: Mit Nistkästen und der Anlage nahrungsreicher Grünanlagen statt ödem Rasen. Nur Brotkrumen seien keine gesunde Nahrung. Zur Linderung der Wohnungsnot montierte das Netzwerk HafenCity mit dem Nabu Hamburg kürzlich bereits zehn Nistkästen für Hausspatzen im Lohsepark.

>>> www.netzwerk-hafencity.de

Auch interessant