13. März 2021
Ausgabe Eppendorf

Neue Container für obdachlose Frauen

Spendenfinanziertes Projekt neben der HAW

Andrea Hniopek leitet das Projekt der Container am Berliner Tor und ist auf Spenden angewiesen
Foto: Grell

HAMBURG. Während bei der Wohnungssuche oft ein Fahrstuhl, ein eigener Stellplatz und natürlich die Quadratmetergröße und Lage des Objektes eine große Rolle spielen, sind Annette und Manuela, die in den Containern für obdachlose Frauen neben der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) wohnen, schon froh, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben.

Sie teilen sich jeweils zu zweit einen umgebauten Container, in dem gerade mal ein Bett und ein Stuhl Platz finden. Die kleinen Räume sind durch einen winzigen Flur miteinander verbunden. Hoffnung, eine eigene Wohnung zu finden, haben hier die wenigsten der zehn Frauen, die aus unterschiedlichsten Gründen in die Obdachlosigkeit geraten sind. Eine dramatische Trennung, der Verlust des Arbeitsplatzes oder auch das fehlende Anrecht auf Leistungen vom Arbeitsamt, können schnell zum Verlust des Wohnraumes führen.

Andrea Hniopek von der Hamburger Caritas, die das Projekt der Wohn-Container leitet, weiß, dass auch viele Frauen aus osteuropäischen Ländern hier gestrandet sind und dann „ohne Arbeitsplatz auch kein Anrecht auf Bezüge aus Hartz IV haben und einfach durch jedes Raster fallen“. Etwa 70 Prozent der Frauen, die in den Containern leben, machen zurzeit diese Gruppe der Frauen aus Bulgarien und Rumänien aus. Perspektiven entwickeln sich meist erst, wenn die Frauen in den Containern zur Ruhe kommen können. In Zusammenarbeit mit den Studierenden der HAW, die das Projekt täglich für zwei Stunden unterstützen, leben die Frauen in den provisorischen Unterkünften ein paar Tage, meist aber viele Monate.

Annette, Anfang 40, hat sich einigermaßen gemütlich auf ihren wenigen Quadratmetern eingerichtet, musste ihre Fenster mit Alufolie vor unerwünschten Blicken schützen. Sie freut sich über die warme Heizung im Winter: „Toll finde ich, dass die neuen Container schön bunt sind.“ Pläne hat Annette keine, weil sie noch nicht weiß, „wie es weitergehen wird“, aber dankbar ist sie, „erstmal ein Dach über dem Kopf zu haben.“ Finanziert wird das Projekt der Wohn-Container allein aus Spenden, und „es wäre richtig toll, wenn wir auch noch eine Waschmaschine hätten“, hofft Andrea Hniopek. Sie ist seit vielen Jahren an der Seite der Frauen und erklärt immer wieder, dass es noch viel mehr Einzelunterkünfte für Frauen in Not geben könnte.

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