27. Februar 2021
Ausgabe Eppendorf

Menschenmassen sind Stress für Tiere

Betreten des Eises im Moor war nicht erlaubt

Illegales Eisvergnügen: Bei Frost herrschte hoher Besucherandrang auf und rund um den Teich
Foto: Haas

GROß-BORSTEL. Volksfeststimmung herrschte während der kurzen Frostperiode auf dem Teich im Eppendorfer Moor. Wie berichtet, spielten Gäste tagelang „Katz und Maus“ mit der Polizei im Naturschutzgebiet (NSG).

Eine Beschwerde per Mail ging gar an den Nabu Hamburg: Das Betreten des Eises sei doch Usus seit Generationen. Zu Unrecht hätte die das NSG betreuende Nabu-Gruppe die Polizei gerufen. Dagegen stellt der Nabu jetzt klar: Das Betreten des Eises sei „aus naturschutzrechtlicher Sicht eine unerlaubte Nutzung. Ein Naturschutzgebiet ist zum Schutz der Natur da.“

Das unterstreicht auch Nabu-Vogelschutz-Referent Marco Sommerfeld: „Starker Frost verlangt den Tieren viel ab. Sie müssen mit ihren Energiereserven haushalten. Jede Flucht, jedes Auffliegen kostet sie Kraft und Energie, die sie brauchen, um ihre Körperwärme aufrechtzuerhalten. Menschenmassen auf dem Eis bedeuten Stress, so etwa für Teichhühner, die auch bei Frost hier bleiben.“ Der Lärm der Besucher beunruhige zudem Tiere, die im Unterholz Deckung suchen.

Die Nabu-Gruppe Eimsbüttel bedauert die Regelmissachtung vieler Besucher. „Uns ist es wichtig, dass die Anwohner/-innen das Naturschutzgebiet wertschätzen und die Regeln hier einhalten.“ Die Gruppe engagiert sich seit Jahren für Aufklärung, bietet auch naturkundliche Führungen im Moor an. „Wir bedauern, dass bei den Besuchern nicht mehr Einsicht herrschte“, sagte Susanne Begerad vom Nabu.

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