5. November 2021
Hoheluft

Nach dem Lockdown kam der Saugbagger

Baustelle sorgt bei Gastronomin für Ärger

Angela La Cognata leidet seit Ende August unter der Baustelle vor ihrem Café und Restaurant. Der Umsatz ging um 50 Prozent zurück
Foto: Hanke

HOHELUFT Angela La Cognata ist schwer genervt und verzweifelt. Seit Ende August gelangen Gäste nur mühsam über zwei schmale Brücken in ihr Café und Restaurant La Caffètteria an der Ecke Abendrothsweg/Meldorfer Straße.
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Eine Baustelle von Stromnetz Hamburg direkt vor dem Café erschwert den Zugang und das Geschäft. Der Umsatz sank seit der Einrichtung der Baustelle um 50 Prozent. Und das nach zwei Monaten Corona-Schließung. „Das ist für mich existenzgefährdend. Da habe ich gerade den Lockdown überlebt und muss nun wegen einer Baustelle schließen?“, fragt sich Angela La Cognata. Was die Gastronomin besonders ärgert: Seit Tagen hat sie keine Arbeiter mehr auf der Baustelle gesehen. Hinzu kamen einige unangenehme Folgen der Baustelle. In den ersten Wochen war ein Saugrüsselbagger im Einsatz. „Da konnte man auf der Terrasse kein Wort mehr verstehen. Wir mussten schreien“, erzählt die Wirtin. Eines Tages stellten die Bauarbeiter einen Container vor einen der Zugänge zu ihrem Lokal. „Es fehlt an Kommunikation“, findet Angela La Cognata. Und so geht es noch lange weiter, muss sie befürchten, denn das Ende der Baustelle, laut Halteverbotsschild 30. November, kann vermutlich nicht gehalten werden, vertraute ihr ein Bauarbeiter an. Angela La Cognata fragt sich auch, warum das neue Stromkabel gerade vor einem Café verlegt werden muss, da das Viertel hier doch größtenteils aus Wohnhäusern besteht.
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Woanders könne es nicht verlegt werden, klärt Stromnetz Hamburg auf. Denn vor La Caffètteria verläuft nunmal eine Stromtrasse. „Jeder Leitungsträger hat seinen speziellen Platz unter der Erde. Da gibt es klare Regeln und Vorgaben“, erläutert Anette Polkehn-Appel, die Sprecherin von Stromnetz Hamburg. Dieser hier ist besonders wichtig, da er das neue Herzzentrum im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) mit Strom versorgen wird. Der Saugbagger musste eingesetzt werden, um die Erde „schonend“ aufzunehmen. Dadurch bleiben die Bäume „bestehen und gesund“, erklärt Anette Polkehn-Appel. Da sollte man doch „das Große und Ganze im Blick haben“.
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Dass Arbeiter nicht zu sehen sind, kann daran liegen, dass sie im Graben arbeiten, gibt die Stromnetz-Sprecherin zu bedenken. Sie hat aber noch eine richtig gute Nachricht für La Caffètteria: „Die Gesamtmaßnahme sollte, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, am 19. November beendet sein.“ Vor dem Café und Restaurant wird zuerst begonnen, die Baustelle zu schließen. Von einem Ende am 30. November oder gar noch später ist der Stromnetz-Sprecherin nichts bekannt.

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