17. April 2021
Hoheluft

„Das Italien von früher“

Im „Marco e amici“ gibt es ein kleines Stück Italien zum Mitnehmen

Italien

Journalist, Autor, Gastgeber und jetzt eben auch Buchhändler: Marco Maurer vor seinem Pop-up-Store im Lehmweg Fotos: cc

HOHELUFT-OST Schon von außen fällt das mit rosafarbenen, italienischen „La Gazetta dello Sport“-Ausgaben tapezierte Schaufenster auf. Das kreisrunde Logo „Marco e amici“ lässt vermuten, dass es hier möglicherweise freundschaftlich zugeht. Im Laden angekommen, ist der erste Eindruck erst mal verwirrend: Hinter einem Sessel lehnen Sonnenschirm und Sonnenstühle, auf dem Samtbezug der Sitzgelegenheit liegt ein Buch, daneben steht eine Rotlichtlampe.

Rechts vor einem Gasherd steht so etwas wie ein Tresen oder eine Kochinsel. Darauf sind einige Zutaten und Geschirr zum Kochen abgelegt. Langsam entwirrt sich das Durcheinander: In jedem Teil des Raumes – so meine Vermutung – wurden einzelne Stationen eingerichtet. Ein Wohnzimmer, eine Küche, eine Kirche und womöglich eine Buchhandlung? „Wir sind weltweit die einzige Ein-Buch-Buchhandlung! Das konnte nicht einmal die Dokumentation des ,Spiegels‘ widerlegen“ betont Marco Maurer, Journalist, Autor, Gastgeber und jetzt eben auch Buchhändler. Corona macht’s möglich, denn als die Leipziger Buchmesse abgesagt wurde, stand für den 41-Jährigen fest: Dann lese ich eben online – oder: in einem Pop-up-Store.

Kurz „vor Corona“ war er vier Monate in Italien unterwegs. Mit einem alten Fiat 500 aus der Reihe Nuova, Baujahr 1968 und ausgestattet mit 15 PS, hat er Italien von Süden nach Norden durchquert. Wer an die bekannte „Kugel“ denkt, irrt – Maurer wählte das Modell Giardiniera – den Fiat 500 als Kombi. Damit konnte er neben zahlreichen interessanten Geschichten vor allem auch die vielen „Mitbringsel“, die hier im Laden ausgestellt sind, mit nach Hoheluft-Ost bringen. Von der gespannten Wäscheleine über den Murmeln und Kaugummi spendenden Flipper-Automaten bis hin zum Wildschwein verscheuchenden Baumradio erinnert hier alles an Italien. Genauer, an die Geschichten, die Maurer auf seiner Reise erlebt hat. Davon und von den vielen interessanten Episoden, die er gemeinsam mit dem Fotografen Daniel Etter erlebt hat, berichtet Maurer in „Meine italienische Reise“ (Prestel Verlag, 26 Euro) – das einzige Buch, das es in dieser Buchhandlung zu kaufen gibt. Die Geschichten darin und weitere Erzählungen zu den zahlreichen Objekten, die es in diesem Ein-Buch-Buchladen gibt, erzählt er den Besuchern.

25 Rezepte

Auf der Suche nach seiner Familiengeschichte, sah sich Maurer insgesamt 13 Stationen von Sizilien bis Ligurien – und noch ein Stück weiter – genauer an. Neben den Berichten von einzigartigen Orten und besonderen Menschen hat er auch 25 Rezepte mitgebracht. Die kocht er jetzt von Zeit zu Zeit in seinem Laden im Lehmweg 43. Wenn die Kaffeemaschine – natürlich aus Italien – gerade nicht ihren Dienst verweigert, gibt es zu den spannenden, informativen und heiteren Geschichten aus dem ehemaligen Urlaubsland Nr. 1 der Deutschen, auch echten Espresso. Und natürlich gibt es dort auch das Buch mit den Italy-to-go-Geschichten – in einer Sonderedition in limitierter Auflage mit Prägestempel, handgearbeitetem Lesebändchen, Spende an Seawatch und Originalstempel des Cafés der Großmutter – zu kaufen.

Damit die Finanzierung von „Little Italy“ oder „Italy to go“ – so Freunde und Fans des Pop-up-Stores – auf eine stabile Basis gesetzt wird und der Pop-up-Store möglicherweise auch in anderen Stadtteilen zum Leben erweckt werden kann, hat Autor Marco Maurer unter „Marco e amici“ eine Corowdfunding-Aktion auf startnext gestartet und freut sich über Unterstützung

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