20. November 2021
Harvestehude

Urige Baumriesen sind ganz sein Metier

Harald Vieths fünftes Buch: „Echte Hamburger“

Hamburgs Baumexperte vor der Hängebuche an der Alster: Harald Vieth Foto: Haas

HARVESTEHUDE Immer wieder ist er neu beeindruckt. Wenn Harald Vieth (84) zu Fuß oder per Rad die Stadt durchstreift, entdeckt er oft urige Baumgestalten. Diese Entdeckungen teilt der Naturkenner gerne mit Baumfreunden: Seine Führungen sind ebenso beliebt wie seine Bücher.

Vieth kennt zwar wissenschaftliche Namen, doch er verschont Laien mit Latein, so ist Wissenwertes leicht verständlich. „Echte Hamburger“ lautet der Titel seines fünften Buchs über Bäume in der Hansestadt, das er wieder im Selbstverlag herausgibt. Es empfiehlt 30 sehenswürdige Ausflugsziele in Parks und Grünanlagen, um besondere Exemplare zu bestaunen, auch im Winter: „Rekordbäume, eindrucksvolle Baumgestalten, blühende Schönheiten“ sind sie. Harald Vieth rückt das Knorrige ihres Wuchses in den Fokus. So etwa die gebeugte Hängebuche am Alsterufer in Rotherbaum an der Alster, deren untere Äste sich in den Boden stemmen, so als wollten sie den Baum stützen.

„Diese Trauerbuche ist eine Zuchtform der Rotbuche“, weiß Vieth, gefühltes Alter: 70 bis 100 Jahre. Eine weitere Hängebuche ist in Planten un Blomen zu bestaunen.

Zum eigenartigen Baumpaar „Birke in Eiche“ im südlichen Jenischpark etwa hat er mehr Anhaltspunkte: Ein Birkensamen keimte wohl vor hundert Jahren im unten offenen Stamm der Uralt-Eiche. „Denn bereits im Zweiten Weltkrieg sind Hamburger Frontsoldaten an dieses seltene Baumpaar erinnert worden“, recherchierte Vieth.

Eine schiefe Eiche am Hauptweg durchs Flottbektal zieht Kinder magisch an als toller Kletterbaum. Harald Vieth ist als Großvater nachsichtig: Seine erste Enkelin ist sechs Monate alt. Als „Oldie for Future“ marschierte der engagierte Naturschützer 2019 mit über 70.000 Demonstranten beim globalen Klimastreik durch Hamburgs Innenstadt.

Info und Buchbestellung: www.viethverlag.de

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