10. Dezember 2021
Harvestehude

Der leidige Notstand mit der Notdurft

SPD will große Händler in die Pflicht nehmen

An der Ecke Rothenbaumchaussee / Turmweg steht bereits eine neue öffentliche Toilette. Doch im ganzen Bezirk gibt es zu wenige, findet die SPD
Foto: Hanke

HARVESTEHUDE/ROTHERBAUM Es fehlt an öffentlichen Toiletten in Hamburg. Das Problem ist bekannt, insbesondere Vertreter der älteren Generation machen immer wieder auf diesen Notstand mit der Notdurft aufmerksam.
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Über Ideen und Vorschläge ging die Beschäftigung der Politik mit diesem Thema selten hinaus. Jetzt hat die SPD Eimsbüttel das leidige Thema wieder aufgegriffen. Neben dem Bau neuer Toiletten fordern die Genossen, dass Einzelhändler mit großer Verkaufsfläche öffentlich zugängliche Toiletten anbieten müssen. Damit folgen sie dem Vorgehen ihrer Parteikollegen aus Berlin. Die hatten erfolgreich beantragt, dass alle Läden und Supermärkte mit einer Fläche ab 400 Quadratmetern barrierefreie Kundentoiletten bereitstellen müssen. Und möchten nun durchsetzen, dass auch bestehende Läden ab 800 Quadratmeter Verkaufsfläche besagte WC einzubauen haben. Dafür erhalten sie zehn Jahre Zeit, da diese Einbauten problematisch sein können. Baurecht muss unter Umständen geändert oder angepasst werden.
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„Wir sehen seit Jahren, dass es nicht genug öffentliche Toiletten gibt. Um das zu ändern, brauchen wir innovative Ansätze. Wir wollen das vorhandene Potenzial nutzen und große Einzelhändler in die Verantwortung nehmen: Sie sollen einen Beitrag leisten, damit wir in der Breite ein besseres Toiletten-Angebot erreichen“, erläutert der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Gabor Gottlieb.
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Eine viel diskutierte Toilette wird übrigens keine Änderung erfahren. Die Umweltbehörde hat alle Wünsche der Kommunalpolitik für die Unisex-Toilette Alte Rabenstraße (das Wochenblatt berichtete) abgelehnt. Nur eine mehrsprachige Beschriftung wird es geben.

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