29. April 2020
Eppendorf

Volle Andachten trotz leerer Kirche

Hauptkirche St.Nikolai erreicht Gläubige mit VideoGottesdienst

Blumen-Aktion vor St. Nikolai mit Pastor Markus Schneider (l.) und Küster Till Westphalen zu Ostern Foto: Hauptkirche St. Nikolai

EPPENDORF Gottesdienst und Glauben digital erlebbar zu machen, das ist möglich. In St. Nikolai am Klosterstern sorgt das Corona-Virus für einen digitalen Schub bei Gläubigen und Pastoren.

Als am Sonntag, 26. April die Kirchenglocken um 10 Uhr läuteten, war bereits die neunte Videoandacht online gestellt. Seitdem in der Hauptkirche St. Nikolai keine Gottesdienste, keine Konzerte, keine Veranstaltungen, keine Gruppentreffen mehr stattfinden können, geht die Gemeinde neue Wege und nutzt vor allem digitale Kanäle. So erreichen die Videoandachten im Schnitt weit mehr als 5000 Menschen, einzelne Andachten wurden mehr als 1600 Mal angesehen. „Ich kann die Videoandacht gucken, wann es bei mir passt, kann auf dem Sofa mit einer Tasse Kaffee oder Tee die Andacht mitfeiern“, diese und andere positive Rückmeldungen erreichten Pastorin Corinna Senf über Facebook oder per Mail. „Das hat beflügelt und Lust auf mehr gemacht. Mich hat aber am meisten bewegt, wenn Menschen gesagt haben: „Danke, ich konnte mitbeten!“ Gottesdienst und Glaube sind digital erlebbar, auch wenn tatsächliche Begegnungen und Beziehungen nicht ersetzbar sind“, ist sich Corinna Senf sicher. Statt mit der Kollekte wird jetzt im digitalen Gottesdienst zu Spenden für karitative Projekte und für Künstler aufgerufen – mit Erfolg.

Mutmach-Aktionen

Neben den digitalen Gottesdiensten hat St. Nikolai viele weitere Mutmach-Aktionen im Programm. So hat die Kirche zum Beispiel Ostern dazu aufgerufen, Steine der Hoffnung zu bemalen und auf dem Kirchvorplatz abzulegen. Pastorin Maren Schack: „Die kamen großartig an. Sie zu sammeln, zu bemalen, zu beschreiben und zu uns zur Kirche zu bringen, war eine generationsübergreifende Aktion, die Menschen in der Corona-Zeit Hoffnung gibt.“ Und Spaziergänger haben etwas Schönes zum Anschauen. Der Turmbläser Moritz Kröger (vom Blechbläserensemble brass con brio) spielt immer sonntags um 18 Uhr auf dem Dach der Taufkapelle. Und: Wie in ganz Norddeutschland ist jeden Mittag um 12 Uhr auch am Klosterstern das Geläut zu hören. Es soll dazu anregen, innezuhalten und daran zu denken, was tröstet und stärkt in dieser globalen Krise. Die Kirchentür steht übrigens weiterhin offen für alle, die einen Moment der Ruhe finden wollen.

www.hauptkirche-stnikolai.de

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