6. Mai 2020
Eppendorf

Urteil zum Skandalhaus gefallen

Gericht ordnet Rückbau in der Grindelallee 80 an

ROTHERBAUM. Jetzt muss der Eigentümer des Skandalhauses Grindelallee 80 liefern. Sven B., dem angelastet wird, Mieterinnen und Mieter mit Buttersäure und zugeklebten Schlössern brutal zum Auszug bewegt zu haben, hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) dazu verurteilt, eine vom Bezirksamt Eimsbüttel im Februar 2019 erlassene Wiederherstellungsanordnung bis Februar 2021 umzusetzen.

Wiederherstellen muss B. danach den früheren Zustand des äußerlich schönen Altbaus, in dem sechs geräumige Wohnungen ohne baurechtliche Genehmigungen in 26 größtenteils sehr kleine Wohnungen umgebaut wurden. Diese Wiederherstellung hatte der Vermieter offenbar auch vor.

Da durch die Vernachlässigungen des Bestands aber nicht nur den Mietern das Leben extrem unerträglich gemacht wurde, sondern auch der Brandschutz nicht mehr gewährleistet war, untersagte das Bezirksamt vor einem Jahr die Wohnnutzung und quartierte die verbliebenen acht Mieter in andere Wohnungen um. Schon 2016 hatte das Bezirksamt ein Wohnungsgebot für die Grindelallee 80 erlassen, weil in zwei Wohnungen Prostituierte ihrem Gewerbe nachgingen. Jetzt muss B., der mit einem Widerspruch gegen das OVG-Urteil gescheitert war, bis Februar 2021 nachweisen, dass er das Haus umzubauen gedenkt.

Sollten dann weitere Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung des Wohnungsgebots, erfolglos bleiben, kann das Bezirksamt Eimsbüttel die Treuhänderschaft für das Haus übernehmen. Das käme schließlich einer Enteignung des Eigentümers gleich.

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