27. August 2021
Eppendorf

Haynspark ist der Partyhotspot

Anwohner sind genervt und kritisieren Untätigkeit der Polizei

Anwohner fühlen sich von feiernden Menschen im Haynspark gestört
Foto: GettyImages

EPPENDORF „Jeden Tag in der Woche ist Party im Haynspark“, berichtete eine entnervte Anwohnerin kürzlich dem Regionalausschuss Eppendorf / Winterhude: „mit exzessiver Musik und exzessivem Alkoholgenuss, nachmittags bis morgens um 4 Uhr.“
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Die Polizei wird zwar jedes Mal gerufen, aber „die kon­trolliert nur, dass nichts eskaliert“, so die Anwohnerin weiter, die aufgrund des „grölenden Lärms“ schon unter Schlafstörungen leidet. „Für mein Grundrecht auf Nachtruhe wird nicht gesorgt. Ich kann nachts keine Fenster öffnen“, beschwerte sich die Anwohnerin des Haynsparks, die auch von üblen Gerüchen gepeinigt wird: „Wir haben eine Latrine unter unserer Wohnung.“ Sie forderte die Aufstellung von großen Verbotsschildern, so wie sie jetzt gegenüber auf der anderen Alsterseite am Winterhuder Kai stehen. Die haben nämlich Wirkung gezeigt. Bestandsaufnahme an einem sommerlichen Sonnabendabend im August: Im Haynspark haben sich viele Grüppchen niedergelassen. Irgendwo wummern die Bässe, schon von der Meenkwiese hörbar. Am Winterhuder Kai dagegen himmlische Ruhe. Nur einige Jugendliche im Gespräch, keine Musik.
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„Das Aufstellen der großen Schilder kostet viel Geld“, entgegnete Egbert Willing, Leiter des Managements des öffentlichen Raumes in Hamburg-Nord, der aufgebrachten Anwohnerin und warb auch um Verständnis für die Jugendlichen, die sich nun wieder in Parks und Grünanlagen treffen können. „Im Interesse der Anwohner und Parkbesucher bitten wir Sie, ruhestörenden Lärm zu vermeiden“, steht auf dem standarisierten Parkeingangsschild zum Haynspark, kaum sichtbar, verdeckt durch Büsche. Willing verweist auch auf die Polizei, die Zuwiderhandlungen gegen diese Bitte durchsetzen muss.
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Die Ordnungshüter kennen die Problematik. Im Hayns­park sind sie fast täglich vor Ort, am Wochenende auch nachts, sie haben den Park auch schon mal geräumt, wenn der Lärmpegel zu hoch war. Die Musikgeräte werden eingezogen. Die Eigentümer können sie sich gegen eine Gebühr wiederholen. „Bis zum frühen Abend halten sich im Haynspark Familien auf. Dann tauscht sich das Publikum aus. Junge Menschen kommen. Auf Anruf kommen wir immer“, betont Ulf Siepelt, der stellvertretende Revierleiter des Polizeikommissariats 23 in der Troplowitzstraße, der auch ankündigt, im Haynspark „mehr Druck“ aufzubauen. Immer kann aber auch die Polizei nicht vor Ort sein. „Dazu fehlt uns das Personal“, so Siepelt. Helfen also auch hier die großen Schilder? Die Polizei würde sie begrüßen. Die Fraktionen im Regionalausschuss auch.

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