13. November 2021
Eppendorf

Geflügelpest im Norden

Schwanenvater: „Wir sind vor der Lage“

Schwanenvater Olaf Nieß Foto: Haas

Schwanenvater Olaf Nieß Foto: Haas

EPPENDORF Wieder gilt im Stadtgebiet die Stallpflicht für Geflügel nach dem Nachweis von Geflügelpest-Viren an Wildvögeln in Norddeutschland. Zwar sind die Alsterschwäne gesund und munter, doch Olaf Nieß und Team arbeiten jetzt auf Hochtouren – vorsorglich.

Bevor Hamburgs Wappentiere in ihr Winterquartier am Mühlenteich kommen, ensteht jetzt wieder ein Quarantäne-Zeltdorf. „Noch sind wir vor der Lage“, erklärt Nieß. Sollten aber erneut Wildvögel in Hamburg am Virus H5N8 sterben wie im letzten Winter, seien besonders die Schwäne gefährdet.

Ob das tödliche Virus von Zugvögeln stammt, ist fraglich. Experten haben auch globale Handelsbeziehungen im Visier. Schon 2016 informierte eine UN-Task Force: H5N8 und andere Virus-Typen der Geflügelpest werden durch Produktion und Handel der weltweit agierenden Geflügel-Industrie verbreitet. Wildvögel seien ebenfalls gefährdet, wenn das Virus aus Mastbetrieben in die Umwelt gelangt.

Bereits im Sommer verendeten Seehunde in Nordfriesland am Geflügelpest-Virus, so der Nachweis des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) als nationales Referenzlabor. Auch 2020 wurden überspringende H5N8-Viren bei Seehunden und Kegelrobben in Europa festgestellt. Im Schatten des Corona-Virus spricht das FLI in seiner aktuellen Risikoeinschätzung vom „bisher schwersten Geflügelpestausbruch“ von Oktober 2020 bis April 2021.

Wer im Stadtgebiet größere Vögel wie Gänse, Schwäne, Enten oder Greifvögel tot auffindet: Bitte melden unter der Behörden-Hotline 040 42837-2200. Die Vögel werden geborgen und auf das Virus untersucht, teilt die Justizbehörde mit. Im Hamburger Stadtgebiet laufe ganzjährig ein Wildvogel-Monitoring zur Früherkennung der Geflügelpest.

Info: www.hamburg.de/tierschutz-tiergesundheit/14545634/gefluegelpest

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