27. Mai 2020
Eppendorf

Beim G-20-Gipfel im Einsatz

Bürgernahe Beamtin geht in den Ruhestand

Marina Klessny war 15 Jahre in Groß Borstel als Bürgernahe Beamtin unterwegs Foto: Hanke

GROß BORSTEL Marina Klessny ist in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Kaum zu glauben, dass sie nicht mehr auf ihren Runden im Norden von Groß Borstel zu sehen sein wird. 15 Jahre und drei Monate war sie hier als Bürgernahe Beamtin unterwegs, schaute in den Geschäften vorbei, auch mal auf ’n Kaffee, immer mit einem Ohr für die Sorgen der Groß Borsteler.

Viele Menschen hat sie in ihrem „Dorf“ kennengelernt. „An jeder zweiten Ecke habe ich jemanden getroffen, den ich kannte“, erzählt die 60-jährige Polizistin, die mit Wehmut auf ihre Dienstzeit in Groß Borstel zurückschaut. „Die Borsteler sind so informativ und sie halten zusammen. Der Austausch mit ihnen war sehr angenehm“, lobt Marina Klessny, die bekennt: „Ich würde immer wieder diesen Stadtteil wählen.“ Groß Borstel kennt die Polizistin nicht erst seit ihrem Dienstbeginn als Bünabe 2005. Ihre ganze Polizeilaufbahn hat sich am Polizeikommissariat 23 an der Troplowitzstraße abgespielt. Nur Praktikum und Ausbildung absolvierte sie noch in einer der Vorläuferwachen in der Martinistraße in Eppendorf. Auch als Bereitschaftspolizistin und im Schichtdienst auf dem Streifenwagen zählte Groß Borstel zu ihrem Einsatzgebiet.

Geboren im beschaulichen Wittingen in Niedersachsen zog es Marina Klessny schon als Kind zur Polizei, zu einer Zeit, als Frauen noch nicht in die Polizei aufgenommen wurden. Sie absolvierte eine Ausbildung als Raumausstatterin, ging 1981 nach Hamburg, um sich dort zur Polizistin ausbilden zu lassen.

Viel hat sie seitdem bei der Polizei erlebt, am PK 23 „das ganze Spektrum“: Einbrüche, Verfolgungsfahrten, häusliche Gewalt und vieles mehr. Beim G-20-Gipfel eskortierte sie Politiker und Angehörige, geriet einmal in eine bedrohliche Situation. Zuletzt fuhr sie auch Corona-Streife. Da hat sie sich einmal über Groß Borstel geärgert, als der Polizei kürzlich unterstellt wurde, sie würde hier zu wenige Falschparker abzetteln. Aber auch im Ruhestand will sie sich mit Borstelern treffen, „beim Bäcker“, erzählt Marina Klessny, die sich aber erst einmal auf viel freie Zeit mit ihrem Mann, auch ein ehemaliger Polizist, auf dem Fahrrad und im heimischen Garten in Wellingsbüttel freut.

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