5. August 2021
Eppendorf

Aus Liebe zu den Tieren

Olaf Nieß: 35 Jahre im Dienste der Schwäne

Olaf Nieß bei der Arbeit mit den Schwänen
Foto: Haas

EPPENDORF Zum Feiern hat er keine Zeit. Olaf Nieß ist täglich im Einsatz: überall in der Stadt unterwegs, um gestrandete Tiere zu retten.
.
Bislang verhindert noch Regen und kühles Sommer-wetter die für Wasservögel gefährliche Blaualgenblüte. Im Hitzesommer 2019 musste Nieß die Schwäne ins Quartier am Mühlenteich bringen, einige Tiere starben. Bis Mai waren sie wieder mal im Zeltdorf in Quarantäne, wegen der für sie tödlichen Geflügelpest.
.
Mit 19 Jahren Revierjagd-meister, begann Olaf Nieß seinen Dienst im Schwanenwesen. Zehn Jahre arbeitete er mit Vater Harald Nieß, von dem er 1996 das Amt des Schwanenvaters übernahm. Schon als Kind packte mit an am Mühlenteich, als Umweltschutz in Hamburg noch unbekannt war: bei der Behandlung von Schwänen etwa, wenn wieder mal Altöl, in Gewässern „entsorgt“, ihr Gefieder verklebte.
.
Heute kämen Notfälle als Mehrfach-Meldungen per Smartphone: zuletzt wieder Verletzungen durch Angel-schnüre und Hundebisse. Auch seltsame Einsätze stemmte der Schwanenvater: Wildschweine in der Stadt, Seehunde an der Elbe oder Hirsche im Freihafen, Rehe im Hinterhof oder im Flut-schacht sowie ein Dachs in der Tiefgarage. Dann der Kormoran auf dem Auto einer Frau, der sie nicht einsteigen ließ. „Aber mit der Bergung des entflogenen Pelikans am Winterhuder Fährhaus hatte ich eine Premiere“, lacht der 54-Jährige.
„Mit dem großen Schwanenhaus bekommen wir in Zukunft einen Multifunktionsbau, der viele Erleichterungen bringt“, freut sich Nieß.
.
Noch mehr geschützte Schilfzonen am Alsterufer seien nötig: als Rückzug für Wasservögel. Zunehmend werden sie durch Wassersportler bedrängt

Auch interessant