10. September 2022
Steilshoop

…und plötzlich ist da eine Tiefgarage

Immer mehr EKZ-Geheimnisse werden gelüftet

Das EKZ Steilshoop wird über Jahre zur Großbaustelle Fotos: tel

STEILSHOOP Nach und nach kommen immer neue haarsträubende Dinge über den Betrieb des Steilshooper Einkaufszentrums und des benachbarten Ärztehauses zuzeiten des legendären dänischen Eigentümers Henrik Nygaard Johansen (79) ans Tageslicht. Mike Hemmerich (44), neuer Geschäftsführer und Miteigentümer der Immobilie, informierte die Mitglieder der noch jungen Steilshooper Stadtteilkonferenz.

Am 6. November vergangenen Jahres hatte er für die mittelständische Investorengemeinschaft HJD Verwaltungs GmbH & Co. KG den Kaufvertrag unterschrieben und erlebt seitdem täglich neue Überraschungen: „Wir mussten feststellen, dass es seit 2011 keinen funktionierenden Brandschutz im Haus mehr gab. Dafür haben wir inzwischen schon 1,1 Millionen Euro investiert. Die Wohnungen stammen aus dem Jahr 1972, aber dort wurde seit 1991 kein Geld mehr reingesteckt.“

Entdeckt wurde beispielsweise eine (nie genutzte) Tiefgarage mit 60 Plätzen unter der Aldi-Filiale, aber auch ein „Schwimmbad“, das man – so Hemmerich „im Zuge der Ölkrise nicht mehr fertiggestellt hat“. Das Bassin kann nun aber für die Sprinkleranlage genutzt werden. Eine leer stehende Wohnung wurde laut Hemmerich immer wieder aufgebrochen, um dort wilde Partys feiern zu können: „Die haben wir jetzt zugemauert.“

Überraschungen gab es auch bei den Mietern: So zahlen (offensichtlich schon über einen längeren Zeitraum) rund 50 Mieter (bei insgesamt 220 Wohnungen) keine Miete mehr. Hemmerichs Botschaft ist klar und verständlich: „Wir sanieren keine Wohnungen für Leute, die keine Miete zahlen.“

Die Komplett- und Kernsanierung (nur das Betongerüst kann stehen bleiben) soll noch im Herbst beginnen und bis 2032 (Wohnungen bis etwa 2027) beendet sein. Insbesondere die schlechte Isolierung des Hauses muss verbessert werden, außerdem sollen die Wohnungen Balkone erhalten. Die alte Parkpalette am Schreyerring wird abgerissen. Künftig parkt man nur noch in der Tiefgarage (rund 160 Plätze).

Die Mieter aus dem Ärztehaus sollen in das 1. Obergeschoss des Einkaufszentrums umziehen, das zuvor völlig umgebaut wird („hell, freundlich, klimatisiert“). Hemmerich bemüht sich bereits um weitere Praxen und Anbieter im Bereich Gesundheit. Die derzeit noch im Obergeschoss befindlichen Läden kommen im Erdgeschoss unter. Dort soll es dann alles für die Nahversorgung geben: „Rewe und Edeka haben schon angefragt.“

Ein Wermutstropfen: Es wird laut werden auf der Großbaustelle. Den Mitgliedern der Stadtteilkonferenz versprach Hemmerich zeitnah eine ausführliche Hausbesichtigung.

Mike Hemmerich (l.) – hier mit Harm Dallmeyer (Werbegemeinschaft) – informierte über die geplante Sanierung von EKZ und Ärztehaus

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