12. Juni 2021
Steilshoop

Sensation: EKZ Steilshoop verkauft

Bürger sollen an Umgestaltung beteiligt werden

Das Einkaufzentrum Steilshoop mit dem darüber liegenden Wohngebäude Foto: tel

STEILSHOOP Der dänische Kaufmann Henrik Nygaard Johansen (77) hat (mehr oder weniger) heimlich, still und leise seine Immobilien zwischen Gründgensstraße und Schreyerring inklusive des Einkaufzentrums verkauft.

Erworben hatte der öffentlichkeitsscheue Geschäftsmann Johansen die Immobilien, zu denen rund 200 Wohnungen über dem Einkaufszentrum (EKZ) sowie ein gegenüberliegendes Ärztehaus gehören, im Jahr 2006. Neue Eigentümerin ist jetzt die von der Dänin Kathrine Heiberg (55) geführte „reteam group“. Das Wochenblatt hat mit Heiberg, die Deutsch spricht, über die Situation und den Kauf gesprochen.

Nach Angaben der Geschäftsführerin berät die 2001 von ihr und einem Partner gegründete „reteam group“ mit Sitz in Kopenhagen Einkaufszentren und Marktplätze „mit Problemen“ in aller Welt und entwickele für diese, neue Strategien. Mehr als 200 „Malls“ zwischen Südafrika und Island habe reteam inzwischen beraten. An das Einkaufszentrum Steilshoop sei ihr Unternehmen durch Zufall gekommen.

Zunächst hätte eine dänische Investorengruppe die Steilshooper Immobilien erwerben wollen. Diese habe aber nicht über entsprechende Erfahrungen mit Einkaufzentren verfügt und sich deshalb an reteam gewandt.

Jetzt ans Eingemachte

Heiberg habe dann Kontakt zu Johansen aufgenommen und ihn über „neun Monate“ bis zur Unterschrift unter den Kaufvertrag bearbeitet: „Johansen ist speziell, aber er hat schließlich eingesehen, dass er zu alt ist, ein solches Unternehmen zu führen“, sagte Heiberg dem Wochenblatt. Zum Kaufpreis machte Heiberg keine Angaben. Johansen soll die betreffenden Immobilien einst für rund 20 Millionen Euro erworben und den aktuellen Wert der Immobilie gegenüber Kaufinteressenten (die es immer wieder gab) mit 60 Millionen Euro angegeben haben.

Dieser Tage trifft sich Heiberg mit Vertretern von Politik und Verwaltung. Es geht um die Zukunft des darniederliegenden EKZ, in dem rund 70 Prozent der Ladenflächen leer stehen. Heiberg zu den nächsten Schritten: „Die Lage des Objektes ist gut. Wir wollen auf jeden Fall das besondere Steilshooper Flair erhalten.“ Heiberg kündigte gegenüber dem Wochenblatt an, Kontakte zu Steilshooper Institutionen knüpfen zu wollen und die Bewohner des Stadtteils mit einer Umfrage an der zukünftigen Gestaltung des Einkaufszentrums zu beteiligen. „Wir werden erst die Fragebögen verteilen und unsere Strategie nach der Auswertung entwerfen.“

Kathrine Heiberg, Geschäftsführerin des neuen Eigen-tümers der Steilshooper Johansen-Immobilien Foto: wb
Kathrine Heiberg, Geschäftsführerin des neuen Eigentümers der Steilshooper Johansen-Immobilien Foto: wb

Auch interessant