16. Juli 2022
Steilshoop

Mäßige Resonanz auf Saga-Workshop

Kritiker fordern Gesamtkonzept

Rund ein Dutzend interessierter Bürger machten beim Saga-Workshop mit Foto: tel

STEILSHOOP Es wurde ein bisschen laut, aber das war zu erwarten, denn die Initiative „Nicht mehr vom Gleichen“ hatte beim öffentlichen Planungsworkshop der Saga zu einer Steilshooper Teilfläche (die sogenannte Reservefläche ist bislang für Parkplätze vorgesehen) von rund 5000 Quadratmetern am Borchertring ihr Kommen angesagt.

Die Begegnung mit den Vertretern des städtischen Wohnungsunternehmens, das im Rahmen der Bebauungspläne Steilshoop 11 und 12 rund 500 weitere Mietwohnungen im Stadtteil bauen will, war jedoch nur kurz, denn die Initiative zog nach Abgabe ihrer Stellungnahme demonstrativ aus dem Campus-Saal aus. Die Rede war dabei von „Alibi-Veranstaltung“. Gefordert wird angesichts fehlender, schlechter oder unterdimensionierter Infrastruktur (Einkaufen, Gesundheitsversorgung, Kitas, Schulen, Sportflächen, Gastronomie) seit Jahren ein Stopp der bisherigen Planung, stattdessen eine Beteiligung der Steilshooper „auf Augenhöhe“ und die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts anstelle mehrerer Einzelprojekte. Zurück blieb bei abendlicher Sommerhitze nur rund ein Dutzend interessierter Bürger, die anhand von acht Schautafeln und zwei Modellen ihre Ideen und Vorschläge einbringen konnten. Unter ihnen befanden sich auch Vertreter des am Borchertring angesiedelten Sportvereins THC Forsthof.

Dass zum Teil „alte Pläne“ zu sehen waren, auf denen mehrere THC-Tennisplätze verlegt oder sogar ersatzlos weggefallen waren, weckte beim THC-Vorsitzenden Andreas Schmidt Misstrauen: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Wohnungsbau, fragen uns aber doch, wo die versprochenen neuen Pläne bleiben. Bekommen wir die erst zu sehen, wenn die Bagger schon vor der Tür unseres Vereinsheims stehen?“ Der THC betreibt am Südostufer des Bramfelder Sees eine „traumhafte Anlage“ mit 13 Tennis-Courts und Vereinsheim inmitten alten Baumbestands.

„Wir erleben gerade einen Boom. Seit Beginn der Planungen ist die Mitgliederzahl von rund 240 auf jetzt 500 angestiegen. Wir können es uns nicht leisten, Tennisplätze abzugeben“, gab der zweite Vorsitzende Helmut Daum zu Bedenken. Workshop-Bilanz der Saga: Die Beteiligung und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Vorschläge und Ideen waren konstruktiv und werden nun mit den weiteren Beteiligten geprüft.

THC-Vorsitzender Andreas Schmidt (rechts) im Dialog mit Saga-Mitarbeiter Raphael Jennerjahn 
Foto: tel

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