17. Juli 2021
Steilshoop

Leerstand soll in zwei Jahren beendet sein

Neue Leitung stellt Pläne für das EKZ vor

Treffen in entspannter Atmosphäre mit (v. l.) Finanzsenator Andreas Dressel, Regina Jäck (SPD-Bürgerschaftsabgeordnete), Aydan Özoguz, Carsten Heeder, Sven Steickmann und Kathrine Heiberg Foto: tel

STEILSHOOP Das Gespräch über die Zukunft des Steilshooper Einkaufszentrums (EKZ) dauerte viel länger als erwartet – allgemein in der Politik ein gutes Zeichen.

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel, die Wandsbeker SPD-Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz und der Steilshooper SPD-Vorsitzende Carsten Heeder sprachen kürzlich mit der neuen Führung des EKZ: Geschäftsführerin und Prokuristin Kathrine Heiberg, Sven Steickmann von der Fortuna Immobilien Management und Harm Dahlmeyer (Werbegemeinschaft). Eine Stunde war angesetzt, zwei wurden es am Ende.

Der Senator gab sich anschließend aufgeräumt-optimistisch: „Wir sind sehr von dem Engagement der neuen Center-Leitung angetan. Es wird Sofortmaßnahmen gegen den Leerstand und eine langfristige

Planung geben. Und die Stadt unterstützt die Bemühungen.“
Im Hinterkopf mag Dressel noch seine Korrespondenz mit dem ebenso öffentlichkeitsscheuen wie dubiosen Vorbesitzer Henrik Nygaard Johansen (78) vom September 2018 gehabt haben, in der der Senator seine „große Sorge“ über die Entwicklung des Einkaufszentrums geäußert und den Dänen – allerdings vergeblich – zu einem „sofortigen Kurswechsel in Hinblick auf die kritische Stimmung im Stadtteil“ aufgefordert hatte. Diese Zeiten scheinen endgültig vorbei zu sein.

Aydan Özoguz hofft gar, dass mit der neuen Wendung in Sachen EKZ auch die Steilshooper „wieder ein Stück stolzer auf ihren Stadtteil sein“ können.
„Dies ist keine kurzfristige Investition“, erklärte Kathrine Heiberg dem Wochenblatt. An einen schnellen Weiterverkauf der Immobilie, zu der neben dem Einkaufszentrum rund 200 Wohnungen sowie das Ärztehaus an der Gründgensstraße gehören, sei nicht gedacht. Außerdem versicherte die Dänin, dass die „reteam group“ (Sitz: Kopenhagen) mit ihrem „Kapitalgeber“ sämtliche Anteile der Fortuna erworben habe, Johansen also nicht mehr im Geschäft sei.

Heiberg zeigte sich besonders erfreut, dass es zu einer schnellen Kontaktaufnahme mit Politik und Behörden gekommen sei. Sie macht keinen Hehl aus ihrem Vorhaben, auf der erworbenen Fläche weitere Wohnungen errichten zu wollen, um das Gesamtprojekt finanziell stemmen zu können. Dressel hingegen sagte zunächst kurzfristige Hilfen aus dem „Neustartfonds“ und dem „Leerstandsfonds“ zu und meinte: „Man muss die Zwischenzeit bis zur Vollendung der U-Bahn in Steilshoop nutzen. Das Konzept der neuen Eigentümer klingt jedenfalls überzeugend.“

Danach soll im Erdgeschoss des EKZ vorwiegend der Einzelhandel zum Zuge kommen, im ersten Stock sind Arztpraxen und Serviceeinrichtungen sowie Eventflächen vorgesehen. Heiberg glaubt, innerhalb von zwei Jahren wieder eine Vollvermietung der Immobilie erreichen zu können. An der an die Bewohner Steilshoops gerichteten digitalen Umfrage haben laut Heiberg in den ersten fünf Tagen bereits mehr als 600 Personen teilgenommen. Die Auswertung werde rund einen Monat dauern.

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