23. Oktober 2021
Steilshoop

„Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“

Müssen Alraune-Gäste wegen Corona frieren?

Warm genug? Petra Lafferentz mit Gast Bernhard Korfin im Alraune-Zelt Foto: tel

STEILSHOOP „Wir haben den satzungsmäßigen Auftrag, Teilhabe zu organisieren und wollen daher keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“ – so die Überzeugung von Alraune-Geschäftsführerin Petra Lafferentz.

Was für die gesellschaftliche Teilhabe in den gastronomischen Betrieben der gemeinnützigen Gesellschaft gilt, soll auch Richtschnur in Sachen Corona sein. Die Alraune beliefert nicht nur 25 Hamburger Schulen mit frisch bereitetem Mittagessen, sondern unterhält unter anderem auch in Steilshoop drei Betriebe mit gastronomischen Angeboten: den Kulturtreff „Jetzt“ an der Gründgensstraße, das Bis-tro auf dem neuen Campus (Gropiusring) und – seit vielen Jahren – „Das Café“ am Schreyerring. Hier sind insgesamt 130 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden für Menschen aus Langzeitarbeitslosigkeit.

Veränderte Abläufe

Nach dem langen Lockdown haben die Corona-Regeln einiges an den Abläufen verändert. So beschwerte sich Gast Heiner T. beim Wochenblatt: „Als ich neulich mal wieder ins Café am Schreyerring gehen wollte, wurde ich an der Tür abgewiesen und in das kalte Zelt geschickt. Und das, obwohl ich meine vollständige Impfung nachweisen konnte.“ In der Tat steht vor dem Café am Schreyerring seit einigen Wochen ein (inzwischen sogar beheiztes) Zelt. „Nach den Corona-Vorschriften müssten wir jeden Gast am Eingang zum Café nach den 3G-Regeln überprüfen. Das können wir gar nicht. Außerdem wollen wir unter unseren Gästen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft – die einen dürfen rein, und die anderen schauen von draußen zu: Das geht gar nicht“, sagt Petra Lafferentz.

Hoffen auf Lockerungen

Ähnlich wie bei den Corona-Vorschriften halten es die Alraune-Betriebe in Sachen Teilhabe: Zugangsberechtigte erhalten auf Antrag eine Mitgliedskarte und müssen so nicht am Eingang kon-trolliert werden. Die Corona-Zelt-Idee hat eine gewisse Raffinesse: Mit zwei Öffnungen in der Plane gilt ein Zelt als Außenbereich. Die Gäste müssen dort nicht kontrolliert werden, dürfen sogar die Masken abnehmen. Und im Alraune-Zelt gibt es weiterhin den vollen Service zu günstigen Preisen mit Tischbedienung, leckeren Speisen und Kuchen.

„Natürlich hoffen wir, dass die Corona-Regeln wie beispielsweise in Dänemark weiter gelockert werden, bevor der Winter richtig einsetzt. Denn dann werden wir sicherlich größere Probleme bekommen, unsere Zelte ordentlich zu heizen“, so Lafferentz.

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