31. Dezember 2022
Steilshoop

In Hamburg greift die „Solarpflicht“

Saga und Vonovia in den Startlöchern. Initiative spricht sich für Mieterstrom-Modelle aus

In Steilshoop warten große Dachflächen auf PV-Anlagen Foto: tel

STEILSHOOP Wie steht es um die Installation von Photovoltaikanlagen („PV-Anlagen“) bei Mietshäusern – zum Beispiel in Steilshoop? Das wollten die Mieterinitiative Steilshoop und das Wochenblatt von den großen Wohnungsunternehmen des Stadtteils erfahren, zumal der Hamburger Senat schon vor zwei Jahren eine entsprechende Rechtsverordnung zum Klimaschutzgesetz verabschiedet hat.

Danach greift eine „Solarpflicht“ für Neubauten ab 2023. Bestandsgebäude müssen ab 2025 eine Photovoltaikanlage installieren, wenn eine Dacherneuerung durchgeführt wird.
Wie zu erfahren war, haben die Vonovia und die Saga als größte Wohnungsunternehmen in Steilshoop bereits Vorleistungen erbracht. Die Vonovia mit rund 2000 Wohnungen im Stadtteil hat „erste Gebäude gefunden, bei denen sich Photovoltaikanlagen … gut eignen“.

„Danach könnten schon einmal 400 Haushalte von grünem Direktstrom profitieren“, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehören 38 Hauseingänge am Ring 12 (Edwin-Scharff-Ring), zehn Hauseingänge am Ring 14 (Gropiusring) und 28 Hauseingänge am Ring 13 (Fritz-Flinte-Ring). Ganz konkret startet die Vonovia Anfang 2023 mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Fritz-Flinte-Rings 71 bis 81 sowie 14a-e. Weitere Dächer würden geprüft, heißt es. Die Vonovia will „so viele Gebäude wie möglich mit Photovoltaikanlagen ausstatten“.

Auch bei der Saga weiß man um die „Solarpflicht“. Weil PV-Anlagen in der Regel eine Lebensdauern von mindestens 20 Jahren haben, bestehe eine dringende Notwendigkeit, Dachsanierungen und Anlagen-Installation zu synchronisieren. Sowohl bei Neubauten wie im Bestand prüft die Saga grundsätzlich, ob ein Mieterstrommodell sinnvoll umgesetzt werden kann. Dabei sei die Umsetzung bei Bestandsgebäuden schwieriger, da ein aufwändiger Umbau der Zähleranlage sowie in der Regel die Zusammenlegung von elektrischen Hausanschlüssen notwendig werde. Im Rahmen ihrer Solarisierungsstrategie prüft die Saga auch, ganze Quartiere mit PV-Anlagen auszustatten.

„22 Wohnringe bieten ideale Bedingungen“

Für Steilshoop zieht die Mieterinitiative eine Zwischenbilanz ihrer Umfrage: „Die 22 Wohnringe mit ihren unterschiedlichen Hochhaus-Bauweisen bieten ideale Bedingungen für PV-Anlagen, da die Dachflächen keinen Verschattungen (durch Bäume) ausgesetzt sind und somit großflächig eine intensive Sonneneinstrahlung zulassen“, so Günter Wolff von der Mieterinitiative. Er spricht sich eindeutig für Mieterstrom-Modelle aus, bei denen der Solarstrom direkt hinter dem Hausanschluss verbraucht werde. Nur so entfällt für die Mieter das Netzentgelt für die Nutzung des öffentlichen Stromnetzes.

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