6. Januar 2023
Steilshoop

In acht Jahren soll alles richtig schick sein

Bestandsaufnahme und Sanierungspläne für das Einkaufszentrum Steilshoop

Geschäftsführer Mike Hemmerich über den Dächern von Steilshoop Foto: tel

STEILSHOOP Ein Schwimmbad in Steilshoop? Tatsächlich wurde eines gebaut. Mike Hemmerich, der neue Geschäftsführer des EKZ Steilshoop, führte jetzt Mitglieder der Stadtteilkonferenz durch die Katakomben seiner Häuser – die beiden Wohnhäuser über dem Einkaufzentrum und das Ärztehaus gegenüber gehören mit dazu.

Das „Schwimmbad“ mit rund 15.000 Litern Fassungsvermögen kann man durch einen Schacht tief im Keller noch sehen. „Es wurde in den 1970er-Jahren gebaut. Dann kam die Ölkrise, und es gab nie eine Einweihung“, berichtet Hemmerich. Inzwischen ist das die Quelle für die Sprinkleranlage. Der ganze Komplex scheint genau so geheimnisvoll zu sein wie sein ehemaliger Besitzer, der dänische Kaufmann Henrik Nygaard Johansen (79), der die Immobilie im November 2021 verkaufte.

Zum Beispiel taucht plötzlich eine Tiefgarage auf, die nie benutzt wurde. Oder (gerüchteweise) ein U-Bahnhof, den es aber dann doch nicht gab. Wilde Partys in Nottreppenhäusern und Wohnungen, die angeblich leer waren. Oder Müll, der niemandem gehört, aber für knapp 150.000 Euro im Jahr entsorgt werden muss. Und Bewohner, die keine Miete zahlten: Laut Hemmerich waren das zuletzt 65 von 220 Mietparteien.

Neue Fassade

Ganz konnte Hemmerich seinen optimistischen Zeitplan nicht umsetzen, aber demnächst sollen Sanierung und Umbau starten. Zuerst beim Ärztehaus. Diese Branche zieht laut Hemmerich fast vollständig in den ersten Stock des Einkaufszentrums. Auch Wohnungen sind betroffen – der Umzug wird auf die andere Seite der Gründgensstraße erfolgen. Das Ärztehaus erfährt eine Strangsanierung, der Rohbau bleibt stehen, der Zugang wird endlich auch direkt vom Kirchenvorplatz behindertengerecht. Aus 32 werden dann 80 Wohnungen (Größen bis 53 Quadratmeter) mit neuer Fassade und vor gehängten Balkonen. Dank energetischer Bauweise werden dann die Nebenkosten um etwa sieben Euro pro Quadratmeter sinken, wodurch eine moderate Mietsteigerung um drei Euro/qm mehr als aufgefangen wird, wie es heißt. Für das Projekt wird ein Sanierungsbauantrag gestellt. In 36 Monaten will Hemmerich mit Phase eins durch sein.

Auch in Sachen Parkraum gibt es bereits weitreichende Pläne. Das alte (scheußliche) Parkhaus wird abgerissen. Man büßt zunächst 120 Parkplätze ein, am Ende sollen es aber durch neue Tiefgaragenflächen 200 Plätze mehr werden. Mit Licht und Video sollen künftig dunkle und unheimliche Ecken bekämpft werden. Die Sanierung des gesamten Komplexes wird etwa acht Jahre dauern.

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