6. November 2021
Steilshoop

GFG fürchtet um ihre Existenz

Veranstaltungssperre für Sporthallen-Komplex in Steilshoop

Die Steilshooper Sporthalle ist keine „Veranstaltungsstätte“ mehr Fotos: tel

STEILSHOOP Es ist schon erstaunlich, was eine „harmlose“ Begehung alles auslösen kann. So im Falle der Schulsporthallen am Gropiusring.

Nach einer amtlichen Brandschutz-Begehung wurde der Regionalhalle am Gropiusring von Schulbau Hamburg unvermittelt der Status „Versammlungsstätte“ aberkannt, was bedeutet, dass sich darin nicht mehr als 200 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen.

Besonders betroffen ist die Gymnastik- und Freizeitgemeinschaft Steilshoop (GFG), die in der Halle Wettkämpfe sowie Leistungssport- und Show-Veranstaltungen mit teilweise Hunderten Teilnehmern und Zuschauern durchführt: „Das können wir jetzt vergessen. Ein schwerer Schlag für den Verein, aber auch für den gesamten Stadtteil“, erklärt Günter Boldt, Gründer und seit 38 Jahren ehrenamtlicher Vorsitzender.

Ähnlich schockiert über die neue Situation zeigte sich ein Vertreter des Hamburger Sportbundes (HSB). Zwar sind offensichtlich weitere Vereine von der unverständlichen Maßnahme aktuell (noch) nicht betroffen, aber auch in der Stadtteilschule auf dem benachbarten Steilshooper „Campus“ zeigt man sich betroffen. Der Öffentlichkeitsbeauftragte der Schule Oliver Marien zum Wochenblatt: „Wenn ich etwa an Hallenfußballturniere mit mehreren Klassen oder Schulen denke, dann bekommen wir hier ein Riesenproblem.“ Zumal die Zahl 200 offenbar Richtschnur für den gesamten Hallenkomplex (Doppelhalle plus Gymnastikhalle) zu sein scheint. Soll heißen: Wenn in der einen Halle eine Veranstaltung mit 200 Sportlern und Zuschauern läuft, dürfte in den benachbarten Räumlichkeiten nicht einmal mehr trainiert werden.

Hinzu kommt, dass offensichtlich niemand weiß, welche Elemente fehlen oder unzureichend sind, um den Status der „Versammlungsstätte“ zu erhalten. Die Betroffenen versichern, keine entsprechenden Infos erhalten zu haben. Derzeit ist Boldt täglich im Dialog mit den Behörden, um die Möglichkeiten für einen tragbaren Kompromiss auszuloten. Dabei geht es vor allem um die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig in dem Hallenkomplex aufhalten dürfen.

Mit Bangen blickt die GFG (rund 600 Mitglieder) ihrem traditionellen Tag der offenen Tür entgegen, der am 14. November stattfinden sollte. Vom Bezirksamt Wandsbek kam schon das Angebot, in die Sporthalle Wandsbek (Kapazität: rund 2000 Zuschauer) umzuziehen.

Schwere Zeiten: GFG-Vorstand Günter und Hannelore Boldt

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