3. April 2021
Steilshoop

Bürgerbeteiligung zu Steilshoop 11 und 12

Den Sachbearbeitern drohen Überstunden

Bau

Auf dem Gelände der ehemaligen Schule am Borchertring (hier die Reste) will die Saga neue Wohnungen bauen Foto: tel

STEILSHOOP Mit der Auswertung der Stellungnahmen zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Bebauungsplanverfahren Steilshoop 11 (Borchertring) und Steilshoop 12 (Fritz-Flinte-Ring) wird der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek gut zu tun haben.

Wie berichtet, will die städtische Saga an den Nordwest-Rändern der Großsiedlung 400 bis 500 preiswerte Wohnungen bauen. Letzten Montag endete die Frist für Stellungnahmen, und die Möglichkeit wurde reichlich genutzt.

Allein Lokalgröße Martin Kersting sammelte knapp 50 Stellungnahmen und Fragen von Steilshoopern. Ein Schwerpunkt war die bestehende und künftige Verkehrssituation, so beispielsweise die Parkplatznot in den Erschließungsstraßen. Dass demnächst mit dem Bau der U-Bahnlinie 5 begonnen werden soll, gleichzeitig aber Neubauten weit weg vom nächsten U-Bahnhof entstehen, hält der Steilshooper Verkehrsexperte Bernd Dieter Schlange für einen „kapitalen Planungsfehler.“

Ein weiterer Knackpunkt ist die Elbkinder-Kita, die seit 43 Jahren als Provisorium in zwölf Wohnungen der Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft eG am Erich-Ziegel-Ring 28 besteht: „Der Saga-Neubau am Fritz-Flinte-Ring ist die Chance, das Provisorium endlich zu beenden“, meint Anwohner Schlange, selbst Mitglied der Genossenschaft. Diese forderte bereits vor anderthalb Jahren in einem Schreiben an den damaligen Staatsrat Matthias Kock (Stadtentwicklung) die Verlegung der Kita aus den „nicht wirklich geeigneten Räumen“, wodurch dann wieder „zwölf dringend benötigte Wohnungen … entstehen könnten“.

Kita-Nachbar Schlange hat mit einer Eingabe an den Petitionsausschuss der Bürgerschaft auf Granit gebissen: Der Ausschuss bestreitet den provisorischen Charakter der Kita-Unterbringung.

Vor der öffentlichen Auslegung der Pläne sichten Sachbearbeiter des Bezirksamtes die Stellungnahmen und leiten sie an den Planungsausschuss weiter. Es wird nun wohl doch eine Info-Veranstaltung mit Präsenzcharakter für die Bürger geben. Wegen Corona wird es damit aber voraussichtlich erst etwas zum Jahresende.

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