30. April 2022
Steilshoop

Bebauung kommt – fragt sich nur wie?

Steilshooper machen mobil für ihren Stadtteil

Das Podium mit (v. l.) Axel-Georg Wiese, Mariana Martins, Kai-Uwe Zirk und Andreas Holzbauer Fotos: tel

STEILSHOOP Ein erstaunlich großes Echo fand am vergangenen Montag die Einladung zur zweiten Bürgerversammlung der Steilshooper Initiative „Nicht mehr vom Gleichen“. Der kleine Veranstaltungsaal des Campus jedenfalls war sehr gut gefüllt.

Zur Erinnerung: Der Titel der Initiative leitet sich von der Forderung ab, keine weiteren Hochhäuser mehr im Stadtteil zu bauen, insbesondere nicht auf den Baufeldern 11 und 12 am nordwestlichen Rand der Großsiedlung, wo die Saga zwei „nicht sozialverträgliche“ Systemhäuser mit zusammen rund 500 Wohnungen errichten wolle.

Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen scheint man sich inzwischen mit den von Politik und Verwaltung geschaffenen Tatsachen abgefunden zu haben: „Es geht jetzt nicht mehr darum, ob dort gebaut wird. Wir sollten uns deshalb auf das ,Wie‘ konzentrieren“, erklärte ein Teilnehmer.

Soll heißen: Die aktiven Steilshooper Bürger wollen von der Politik ernsthaft in die Planungen einbezogen werden, um zu erreichen, dass weitere Bauprojekte auch zu einer qualitativen Verbesserung des Stadtteils führen. In diesem Zusammenhang wurde immer wieder die Forderung nach einem Entwicklungsplan für den Stadtteil – auch unter Einbeziehung entsprechender Stadtplanungswissenschaftler – erhoben. „Wir müssen der Politik leider hinterher laufen“, beklagte ein Teilnehmer. Und in der Tat: Bis auf Rainer Behrens, Bezirksabgeordneter von der Linken, sah man keine lokalpolitische Größe auf der Veranstaltung.
Beeindruckend das Bekenntnis von Renata Kustusz, Gemeindereferentin der katholischen St. Johannis-Gemeinde: „Ich wohne seit 32 Jahren in Steilshoop. Damals war es ein fröhlicher Stadtteil, im Laufe der Zeit ist sein Ruf immer schlechter geworden. Jugendliche schämen sich, wenn sie Anderen erklären, dass sie in Steilshoop wohnen. Aber wir haben auch das Recht, in einem schönen Stadtteil zu wohnen.“

Wünsche von Steilshoopern für einen „schönen Stadtteil“ gab es reichlich. Ganz vorn lagen: eine wissenschaftliche Entwicklungsbegleitung, keine Hochhäuser mehr, ein attraktives Einkaufszentrum, Ladenflächen in den Erdgeschossen der geplanten Saga-Neubauten, eine bessere Ärzteversorgung, attraktivere Grünflächen rund um den Bramfelder See (zum Beispiel mit einem Café am See), von Mietern gestaltete Gartenflächen. Künftig soll es eine für alle offene Arbeitsgruppe als Teil der geforderten Bürgerbeteiligung geben, die sich regelmäßig trifft und sich in Sachen Stadtplanung einmischt.

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