17. Juli 2021
Steilshoop

Alraune hofft auf baldigen Startschuss

Kinder- und Tierparadies für Steilshoop geplant

Das beliebte Tierhaus Steilshoop soll demnächst umziehen Fotos: tel

STEILSHOOP „Hier kommen die Ziegen hin, dort die Schafe, und Ponys wollen wir auch haben“: Petra Lafferentz gerät ins Schwärmen, wenn es um das Projekt Tierhaus/Tierkita/Unverpacktladen in Steilshoop geht.

Für die Geschäftsführerin der gemeinnützigen Alraune gGmbH, die in Steilshoop bereits zahlreiche soziale Projekte angeschoben und betreut hat, scheint dieses Projekt eine Art Lebensaufgabe zu werden. Bereits seit 14 Jahren betreibt die Alraune das Steilshooper Tierhaus. Jetzt muss es umziehen, weil die Saga am alten Standort (Fritz-Flinte-Ring 41d) im Zuge der „Rahmenplanung Nord“ rund 300 preiswerte Mietwohnungen bauen soll.

Den nötigen Umzug will Lafferentz für ein in Hamburg bislang einmaliges Gesamtkonzept nutzen: Eine neue Kita (135 Plätze) wird durch die Verdichtung sowieso nötig. Auf dem künftigen Gelände finden sich auch ein Kinder-Restaurant und ein großer Bewegungsraum, der sich für Geburtstagspartys bestens eignet. Das Essen für die Kita-Kinder wird dann vor Ort frisch gekocht, eine Aufgabe für die Jugendlichen der Produktionsschule Steilshoop, die ebenfalls von Alraune betrieben wird. In unmittelbarer Nachbarschaft werden Tiere, darunter neben Mini-Shetties und Hühnern eben Schafe, Ziegen, Kaninchen und Vögel von Langzeitarbeitslosen gepflegt und betreut (15 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze). Hinter dem Hauptgebäude liegt eine große Wiese, ideal für die Tiere und als naturnahes Spielgelände für die Kita.

Auf dem gleichen Hof findet man einen von jungen Leuten betriebenen Bio-Unverpackt-Laden, wo die Steilshooper ihren Lebensmittelbedarf auf klimaschonende Weise decken können. Unter dem gleichen Dach ist eine Werkstatt für die Maler- und Handwerkerausbildung für benachteiligte Jugendliche untergebracht. Eingerahmt wird der naturnah gestaltete Hof von Sport- und Kleingartenflächen. „Das Ganze hat ein dörfliches Ambiente am Rande der Großwohnsiedlung – das ist nicht nur für Hamburg einmalig“, schwärmt Lafferentz. Und das Beste: Ein Großteil der benötigten Räume steht mit den ehemaligen Gebäuden der Produktionsschule bereits.

So lässt sich die Finanzierung durchaus wuppen, meint jedenfalls Petra Lafferentz: Die Schulbehörde hätte vor gut zehn Jahren die große Halle auf dem Hof mitfinanziert, die nun für das Tierhaus genutzt werden soll. Dafür zieht der Laden der Produktionsschule ins Nachbargebäude um. Für den Kita-Bau soll es einen Kredit der Sozialbehörde geben, Tierhaus- und Ladenumbau mit knapp einer Million Euro über die Stadtentwicklungsbehörde (RISE) finanziert werden. Alle Mittel seien seit Langem beantragt, so Petra Lafferentz, die auf eine schnelle Umsetzung hofft.
In rund zwei Jahren kommt sie ins Rentenalter, verspricht aber: „Bevor unser Projekt nicht steht, gehe ich nicht in den Ruhestand.“

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