29. Juli 2020
Bramfeld

Vom Saulus zum Paulus

Lohkoppel Siedler haben die schönste Blumenwiese

Arbeitseinsatz bei den Lohkoppel-Siedlern mit Herbert Hirsch (8. v. l.) und Reiner Liebscht (10. v. l.) Foto: tel

BRAMFELD Die – vielleicht – schönste Wildblumenwiese im Bezirk Wandsbek findet man bei der Siedler-Gemeinschaft Lohkoppel in Bramfeld (Pezolddamm 165), an der Grenze zu Farmsen-Berne.

Auf rund 250 Quadratmetern blüht es dieser Tage in den schönsten Farben – von der Kornblume bis zum Klatschmohn, von der Wiesenglockenblume bis zum Hornklee. Für diesen Augen- und Bienenschmaus opferten die rund 140 Mitglieder (94 Parzellen) sogar einen Teil ihrer Festwiese. „Früher war das eine Hundewiese mit den entsprechenden Hinterlassenschaften“, berichtet Reiner Liebscht (73), seit fast acht Jahren Vorsitzender der Siedler-Gemeinschaft (Gründungsjahr 1932), die bis 1984 auf einer Fläche am heutigen Bramfelder Marktplatz ansässig war. Und bis vor wenigen Monaten wurde auf der „Festwiese“ der Rasen regelmäßig kurz gehalten. Das Wiesenprojekt wurde vom Bezirksamt Wandsbek im Rahmen einer Grünpartnerschaft mit 1750 Euro gefördert. Im Frühjahr machten sich die Siedler mit Feuereifer an die Arbeit. Fachberater Herbert Hirsch (73) setzte dabei eine Samenmischung an, bei der man Geduld benötigte – Hirsch: „Nach drei Wochen war noch nichts zu sehen. Dann regnete es, und die Wiese explodierte geradezu.“

Die Wildblumenwiese ist – wie die vor einigen Jahren angelegte benachbarte Streuobstwiese (von den Vereinsmitgliedern selbst gespendet) inklusive Insektenhotel Ausweis für eine geänderte Einstellung. Die Kleingärtner mutierten sozusagen vom Saulus zum Paulus: Während man früher am liebsten jedem Unkraut den Garaus machte, freut man sich heute über üppiges Ackerbegleitgrün.

Einige Wünsche bleiben dennoch offen – Liebscht: „Wir hätten gern noch zwei Parkbänke und den ein oder anderen Abfallbehälter entlang unseres stark frequentierten öffentlichen Hauptweges.“

 

Siedler bei der Arbeit an der Wildblumenwiese
Foto: tel

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