8. Oktober 2021
Bramfeld

U 5-Bau startet in diesen Tagen

Planfeststellungsbeschluss erteilt. Alter Dorfplatz ist bald Geschichte

Die Skizze zeigt die verlegte Einmündung der Straße Bramfelder Dorfplatz nach Beendigung des U-Bahnbaus und den dadurch vergrößerten Platz, der noch gestaltet werden muss
Skizze: hha

Bramfeld Jetzt geht’s los: Nachdem die Senatsbehörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) in der vergangenen Woche den Planfeststellungsbeschluss erteilt hat, könnte in den nächsten Tagen der Bau des Ostabschnittes der neuen U-Bahnlinie 5 starten.
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In Bramfeld ist man erleichtert, dass nach den vorliegenden Bauplänen auch die Wünsche vieler Anwohner berücksichtigt werden. Konkret betrifft das vor allem den westliche Zugang zum künftigen U-Bahnhof Bramfeld: Der von Vielen geforderte Fußgängertunnel unter der Bramfelder Chaussee, der nach Schätzungen von Fachleuten rund elf Millionen Euro kostet, soll gebaut werden. Damit würde die neue „Kulturinsel Bramfeld“ mit dem Brakula und dem „Försterhaus“ unmittelbaren Anschluss an den U-Bahnhof erhalten, und Schulkinder müssten nicht die viel befahrene Magistrale ebenerdig überqueren.
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„Der Fußgängertunnel, für den wir intensiv gekämpft haben, stellt einen deutlichen Qualitätsgewinn für die künftigen Fahrgäste der U5 dar“, freut sich auch der Bramfelder SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Lars Pochnicht und warnt gleichzeitig vor verfrühtem Jubel: „Der Tunnel, aber auch das Gesamtprojekt könnten noch beklagt werden.“ Insgesamt umfasst der Senatsbeschluss eine Strecke von rund 5,8 Kilometern zwischen Bramfeld und der City Nord mit Kosten von etwa 1,8 Milliarden Euro. Der Anteil, den der Bund an den Kosten im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) übernimmt, steht noch nicht fest.
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Der Bahnhof Bramfeld wird sehr fahrgastfreundlich ausgestattet. Er erhält insgesamt sechs Zugänge mit Treppen und drei Aufzüge. Im Zuge des U-Bahnbaus wird der gesamte Dorfplatz neu gestaltet. Die bisherige Gabelung der Straße Bramfelder Dorfplatz verschwindet.
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Die Straße wird künftig nur noch die südliche Einmündung in die Bramfelder Chaussee behalten. Dafür entsteht nördlich davon ein neuer, wesentlich größerer Platz, den Bezirksamt und Hochbahn nach Fertigstellung des Endbahnhofs gemeinsam gestalten wollen. Ein Wermutstropfen ist dabei allerdings, dass die alte Platzinsel inklusive der rund 150 Jahre alten Friedenseiche und einem weiteren Dutzend Bäumen dem U-Bahnbau zum Opfer fallen werden. Das Schleswig-Holstein-Denkmal wird wohl auf den neuen Platz verlegt werden. „Auch in Sachen Platzgestaltung wird es wie bisher eine intensive Bürgerbeteiligung geben“, so Pia Seidel von der Hochbahn gegenüber dem Wochenblatt. Schon in den nächsten Tagen starten die ersten Vorarbeiten, darunter weitere Bohrungen, Kampfmittel-Suche, Leitungsverlegungen und Baumfällungen. Später wird sich die Schildvortriebsmaschine von der City Nord her in Richtung Bramfeld durch den Untergrund fressen. Im Jahr 2027 soll der Probebetrieb für die neue automatische Teilstrecke starten.

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