20. März 2021
Bramfeld

Neues Leben für den Dorfplatz

Angebot richtet sich an ältere Menschen

Damms

Vor wenigen Tagen wurde das Damms-Haus am Bramfelder Dorfplatz dem Boden gleich gemacht Foto: Warzecha

BRAMFELD Auf dem Grundstück des ehemaligen Fachhauses Damms planen private Investoren ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Das alte Damms-Gebäude ist vor wenigen Tagen abgerissen worden.

Wie Christian von Sturmfeder (41) von der Hamburger Projektgesellschaft CvS Capital mitteilte, sind in drei Bauabschnitten 18 Ein- bis Vier-Zimmer-Eigentumswohnungen, 25 barrierefreie Appartements – darunter auch Ein-Zimmer-Appartements – und eine Tiefgarage geplant. Diese Zahlen können sich aber noch leicht verändern, so von Sturmfeder. Außerdem wird ein Tagespflegedienst in den verklinkerten Neubau einziehen. Das Angebot, dessen Preise von Sturmfeder als „marktüblich“ bezeichnet, richtet sich unter anderem an ältere Menschen. Der Baubeginn ist für Sommer dieses Jahres vorgesehen, die Gesamtbauzeit soll zwei Jahre betragen.

Christian von Sturmfeder: „Wir wollen auf jeden Fall rechtzeitig fertig sein, bevor in Bramfeld der U-Bahnhof gebaut wird.“ CvS engagiert sich im An- und Verkauf von Immobilien sowie in der Projektentwicklung. Christian von Sturmfeder ist Gründer und Inhaber des Unternehmens, das sich auch am Bramfelder Dorfplatz engagiert hat.

Für viele alteingesessene Bramfelder war der Anblick ein Schock: Bagger rissen vor wenigen Tagen das einst den Platz prägende Wohn- und Geschäftshaus Bramfelder Chaussee 253 nieder. Der Abriss allerdings war ein lange angekündigter Schritt, nachdem Birgit und Hans-Jochim Damms (68) die Schließung des „Fachhauses Damms“ zum Ende 2017 angekündigt und die Immobilie später verkauft hatte.

Mit dem Abriss geht die Unternehmensgeschichte einer alteingesessenen Bramfelder Familie zu Ende, die 1877 begonnen hatte. Damals eröffnete der Siedler Hinnerk Damms in einem Schafstall einen Haushaltswarenladen. Außer Kohlen und Holzpantinen wurden auch Heringe und Kohlrabi angeboten. Der Stall verwandelte sich nach Umbauten (1909) in ein Wohn- und Geschäftshaus, das Sortiment konzentrierte sich auf Werkzeuge und Haushaltswaren. 1948 übernahm Hans Damms die Geschäfte.

Eine weitere Zäsur geschah 1960, als das ursprüngliche Gebäude der Erweiterung der Bramfelder Chaussee zum Opfer fiel. Direkt dahinter entstand das neue Fachhaus. 1984 übernahmen dort Birgit und Hans-Jochim Damms die Geschicke, bauten das Angebot gezielt aus, so dass man sich bald eines Sortiments von rund 100.000 Markenartikeln rühmen konnte. Zudem engagierte sich die Familie in erster Reihe für die Interessengemeinschaft des Bramfelder Einzelhandels („BRAIN“). Nach erfolgreichen Jahrzehnten trotz wachsender Konkurrenz durch Groß- und Baumärkte entschloss man sich dennoch zur Schließung des Hauses, zumal die Bereitschaft zur Weiterführung des Geschäftes in der Familie fehlte.

Paar
Das Ehepaar Damms bleibt privat Bramfeld treu Foto: wb

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