13. Februar 2021
Bramfeld

Massive Kritik an „Aufklärungs“-Flyer

„,Ärzte für Aufklärung‘ missbrauchen Kompetenz“

„Aufklärungs“-Flyer

BRAMFELD Leser machten darauf aufmerksam: In Bramfeld kursieren Flyer einer Organisation, die sich „Ärzte für Aufklärung“ nennt. Unter der Überschrift „Was machen Masken mit unseren Kindern…“ wird darin unter anderem behauptet, das Tragen von Corona-Masken könnte zu „physischen und psychischen Langzeitschäden“ führen.

Aufklärungs-Flyer
Kursiert in Bramfeld: „Aufklärungs“-Flyer (Ausriss) Foto: wb

„Eine Pflicht zum Tragen von Alltagsmasken ist aufgrund der Studienlage sinnlos und somit pure Willkür“, heißt es im Flyern. Das Wochenblatt wollte wissen: Was ist von den „Ärzten für Aufklärung“ zu halten? Die Sozialbehörde verweist auf die Hamburger Ärztekammer. „Ja, die ,Ärzte für Aufklärung‘ sind uns bekannt“, heißt es dort. Grundsätzlich habe jeder Mensch als Privatperson das Recht auf freie Meinungsäußerung. Doch Dr. Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer, kritisiert: „Ich finde es persönlich erschütternd, dass Kollegen die Gefahr eines Virus leugnen, das bei Ansteckung gravierende gesundheitliche Gefahren und Folgen birgt und eine Herausforderung für das Gesundheitssystem insgesamt darstellt, zumal vielen ihrer Behauptungen die Evidenzgrundlage (Gewissheit, d. Red.) fehlt.“ Und er fährt fort: „Besonders schlimm ist, dass sie die dem ärztlichen Berufsstand von vielen Menschen zugeschriebene Kompetenz und Glaubwürdigkeit missbrauchen…“

Der Ärztekammer liegen mehr als 100 Beschwerden „zur Einhaltung ärztlicher Berufspflichten“ vor. Die Sozialbehörde ergänzt: „Wir haben vermehrt mit Flugblättern in Bezug auf Impfungen zu tun. Hier raten wir, sich auf zuverlässige Infos zu verlassen.“ Dazu zählt die Behörde etwa den eigenen Arzt und die Publikationen des Paul-Ehrlich-Instituts. Natürlich wollte das Wochenblatt auch „die andere Seite“ hören und nahm Kontakt zum Arzt Walter Weber auf, der auf der Homepage als „einer der Gründer der Stiftung Ärzte für Aufklärung“ genannt wird, schickte ihm Fragen zu dem Komplex und suchte ihn in seiner Praxis in Winterhude auf. Ein Gespräch wurde an der Haustür abgelehnt, Anfragen blieben unbeantwortet.

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