14. Januar 2023
Bramfeld

IT-Experten verzichten auf Gewinn

Im „Försterhaus“ wird durch drei Jungunternehmer digital aufgerüstet

Jungunternehmer anderer Art vor dem Försterhaus: Kim Nielsen (v.l.), Arne Diers und Philipp Fode mit Betriebshündin Farina (3) Foto: tel

BRAMFELD Es gibt noch Idealisten in unserem Land: Das Trio – Arne Diers (32), Philipp Fode (33) und Kim Nielsen (32) – von „makeITsocial“ residiert seit Kurzem im ersten Stock des Bramfelder „Försterhauses“ direkt neben dem Brakula. Und das Besondere an der Mini-GmbH und ihren Eigentümern: Man will keine Gewinne machen, und das in der gewinnträchtigen IT-Branche.

„Wir verzichten bewusst auf Gewinne. Wenn wir Überschüsse erwirtschaften, investieren wir diese in die Erweiterung unserer Firma“, erklärt Arne Diers. Mit ihrem Konzept konnten die Jungunternehmer etwas anderer Art auch den Brakula-Vorstand überzeugen, als es um die Vermietung der Försterhaus-Räume ging. „Ich wohne selbst in Bramfeld und habe im Brakula ein Praktikum absolviert. So kam der Kontakt zustande“, berichtet Philipp Fode.

In der jungen Firma gibt es keinen „Chef“ und keine (untergebenen) Mitarbeiter – alle haben die gleichen Rechte und Pflichten. Die Hard- und Software-Experten wollen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in Sachen Digitalisierung günstig weitergeben: an Einzelpersonen, Institutionen, aber auch an ganz „normale“ Firmen im sozialen Bereich.

Die Kundschaft reicht bereits vom ehrenamtlich geführten Verein, über einen Pflegedienst bis zum Stadtteil-Kulturzentrum, die Leistungen umfassen praktisch den gesamten IT-Bereich, von der Beratung und Weiterbildung bis zu Web- und Softwareentwicklung sowie Support. Die Finanzierung soll zum Teil durch Projektarbeit und Spenden erfolgen. „Nicht gewinnorientierte Kunden bekommen unsere Leistungen günstiger als gewinnorientierte“, berichtet Diers.
Bereits in der Gründungsphase konnten erste Erfolge erzielt werden. So bietet Fode seit knapp zwei Jahren Smartphone-Kurse an – die sollen im Brakula fortgesetzt werden, und nach Möglichkeit mit dem benachbarten Haus der Jugend gemeinsam: „Unsere Idee ist es, Jugendliche zu Smartphone-Mentoren zu schulen, die ihr Wissen dann an ältere Menschen weitergeben können“, berichtet Fode.

Zudem bieten die Jungunternehmer einmal monatlich Vorträge zu IT-Themen im Brakula an. Da können alle Interessenten ohne Voranmeldung dabei sein und den IT-Experten vor Ort ihre Fragen zum Thema stellen.

Den nächsten Vortrag hält Philipp Fode am Dienstag, 24. Januar, um 14.30 Uhr, zum Thema „digitaler Dorfplatz“. IT-Interessierte sollten einen regelmäßigen Blick auf den Veranstaltungskalender des Brakula werfen

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