13. Mai 2020
Bramfeld

Im 50er-Jahre-Museum gehen die Lichter aus

Insolvenz und Versteigerung drohen

Eingelagert: Klaus Fink mit einem Nordmende-Radio im ehemaligen Wandsbeker Lagerraum Foto: tel

BRAMFELD Jetzt scheint das Schicksal des 50er-Jahre-Museums in der Bramfelder Chaussee 282 endgültig besiegelt zu sein. Museumsgründer Klaus Fink (69) erhielt vom Rechtsamt des Bezirksamtes Wandsbek die Antwort auf seinen Widerspruch gegen die Einstellung der Mietzuschüsse: „Der Widerspruch wird kostenpflichtig zurückgewiesen.“

Begründung: Fink konnte keine regelmäßigen Öffnungszeiten sicherstellen und kein schlüssiges Finanzkonzept vorlegen. Dazu kommen inzwischen angehäufte Schulden. Damit bleibt es bei der Einstellung der Zahlungen durch das Amt vom August 2019 (bis zu 22.000 Euro jährlich). Gegen den Bescheid kann Fink beim Verwaltungsgericht Hamburg Klage einreichen.

In Anbetracht der Schulden – laut Fink rund 30.000 Euro – droht dem Trägerverein „Die goldenen 50er Jahre“, dessen Vorsitzender Fink ist, Insolvenz und Versteigerung der rund 20.000 Exponate.

Inzwischen hat sich der Bramfelder Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe (CDU) eingeschaltet: „Es wäre sehr schade, wenn die originelle Sammlung von Herrn Fink dem Stadtteil und dem Bezirk verloren ginge“, erklärte Kappe dem Wochenblatt. Er forderte Fink auf, ihm unverzüglich eine schriftliche Entgegnung auf den amtlichen Widerspruchsbescheid vorzulegen, „sonst wird ihm nicht mehr zu helfen sein“.

 

Letzte Chance für Rettung

Gegenüber dem Wochenblatt deutete Kappe an, dass man eventuell durch personelle Veränderungen im Trägerverein das Schlimmste verhindern könne. Ähnlich sieht es der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Lars Pochnicht: „Die Sammlung gehört Fink. Veränderungen müssten vom Verein ausgehen. Aber so wie bisher funktioniert es nicht.“ Unterdessen ruft Kappe die Öffentlichkeit um Unterstützung auf: „Es werden Räumlichkeiten benötigt, vor allem ein Lager für die vielen Exponate. Es werden ehrenamtlich tätige Personen gesucht mit kaufmännischen und musealen Erfahrungen. Und schließlich braucht es auch einen Sponsor, um die Sammlung im Bezirk halten zu können.“

Ideen und Vorschläge nimmt Kappe unter T 0151/155 912 80 oder sandro.kappe@googlemail.com entgegen.

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