23. Juli 2022
Bramfeld

Heimatverein vor Zukunftsproblemen

Dünne Personaldecke. Sinkende Mitgliederzahl

Das Maibaumfest ist beim Bramfelder Publikum immer beliebt. Diesmal musste improvisiert werden Foto: tel

BRAMFELD Der Bramfelder Heimatverein „up ewig ungedeelt“ von 1895 befindet sich in einer existenziellen Krise, wie die Feiern zum 1. Mai verdeutlichten.

Der traditionelle Maibaum stand bereits auf dem Bramfelder Marktplatz, das Publikum wartete ungeduldig auf den Startschuss zum Maifest durch den Vorstand des veranstaltenden Heimatvereins. Doch weder der erste Vorsitzende Peter Lüth (77) noch sein Stellvertreter, der frühere Bürgerschaftsabgeordnete Olaf Böttger (66), ließen sich blicken. So musste schließlich Adolf Gellers (77) spontan für die Eröffnungsworte einspringen.

Was viele nicht wussten: Der Vorsitzende Peter Lüth befand sich nach Sturz und Beinbruch im Bundeswehr-Krankenhaus, und noch schlimmer hatte es Olaf Böttger (Schlaganfall und Herz-OP) erwischt. Der vollständige Ausfall des Vorstands macht nun die Probleme des Heimatvereins überdeutlich: Seit langem nimmt die Zahl der Mitglieder ab, „ganz besonders die der aktiven“, wie Lüth einräumt. In der Vergangenheit gewann man „Nachwuchs“ vor allem durch die Veranstaltung interessanter Ausfahrten und Reisen. Nur: Es war immer Peter Lüth, der als stiller, aber nachdrücklicher Organisator dahinter stand. Das bedeutet: Fällt Peter Lüth aus, gibt es keine Veranstaltungen und keine neuen Mitglieder.

Die Absage der Marktplatz-Galerie als Förderer des Maifestes war ein weiterer Nackenschlag. Dabei hat der Verein über Jahrzehnte die Stadtteilkultur Bramfelds mitgeprägt, beispielsweise bei der Pflege des Plattdeutschen und als Ideengeber und Organisator lokaler Ereignisse und Erinnerungskultur. Weiter auf Seite 4

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