18. Juni 2022
Bramfeld

Großartiger Einsatz für das Wäldchen

Umjubeltes Benefizkonzert von Stefan Gwildis

Ini-Sprecher Herbert Siegert (l.) zeigt Stefan Gwildis das Bramfelder Wäldchen Fotos: tel

BRAMFELD Es war ein spannender Abend im Brakula. „Frisch und schwer verliebt“, wie er dem Wochenblatt gestand, sprühte Stefan Gwildis als Sänger und Entertainer vor Lust am Auftritt, nahm die Zuschauer mit, zog sie geradezu in seinen Bann, scherzte und erzählte Döntjes („Ich bin ein Barmbeker Jung, der in Bramfeld aufgewachsen ist“) und stellte sich hör- und fühlbar hinter die Sache des Abends.

Denn es war mehr als eine (großartige) Show: Mehr als 100 Zuschauer hatten jeweils an die 50 Euro Eintritt entrichtet und teils auch noch Spenden gegeben für das zweite Benefizkonzert der Bramfelder Bürgerinitiative „Bramfeld 70“. Das Geld wird zur Finanzierung einer juristischen Auseinandersetzung benötigt – Motto: „Bäume statt Beton“.

Es geht um ein rund 10.000 Quadratmeter großes Wäldchen zwischen Bramfelder Chaussee und Mützendorpsteed, dass ein Investor mit dem Bebauungsplan „Bramfeld 70“ und dem Segen des Bezirksamtes Wandsbek abholzen und durch Wohnungen ersetzen will. Gwildis nahm sich die Zeit vor dem Auftritt, dem urigen Mini-Urwald einen Besuch abzustatten, in dem laut Anwohnern (noch) der Mäusebussard brütet, Lurche leben und fünf verschiedene Fledermausarten zu Hause sind. Dabei kam der Künstler ins Erzählen: „Mit fünf Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Bramfeld gezogen, bin am Hegholt zur Schule gegangen und habe hier 23 Jahre gelebt. Wenn ich sehe, wie wenig vom alten Bramfeld noch übrig ist, tut es mir in der Seele weh. Deshalb muss diese kleine Oase erhalten bleiben.“

Herbert Siegert, Sprecher der Initiative und deren Anwälte informierten zwischendurch über den Stand der Dinge aus ihrer Sicht: Ohne rechtskräftigen Bebauungsplan hatte das Bezirksamt Wandsbek dem Investor (geplant: 64 Wohnungen und eine Tiefgarage) die Fällgenehmigung erteilt. Anwohner stellten sich den Baggern in den Weg und erwirkten vor dem Verwaltungsgericht Hamburg einen Baustopp, denn das Gericht kam zu der Einschätzung, dass es sich hierbei um einen schützenswerten Wald handelte und nicht um eine bloße „Baulücke“, wie von der Stadt argumentiert werde. Zurzeit arbeitet die Stadt daran, diesen Richterspruch wieder aufzuheben.

Doch die Initiative bleibt optimistisch, der Künstler-Pate des Wäldchens, der demnächst ein neues Album herausbringen will und zum September im Stadtpark ein großes Konzert plant, ist es ebenfalls. Für das Engagement und einen tollen Abend ernteten Stefan Gwildis und sein bravouröser Keyboarder Tobias Neumann tosenden Applaus im Brakula.

Stefan Gwildis und Keyboarder Tobias Neumann Foto: tel

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