30. September 2020
Bramfeld

Friedhof Ohlsdorf „macht zu“

Schrankenanlage kurz vor Inbetriebnahme

Die Friedhof-Schranken schließen sich im Oktober Foto: tel

OHLSDORF Die Schrankenanlage, mit der die unerlaubte Durchfahrt durch den Friedhof Ohlsdorf verhindert werden soll, ist fertiggestellt und soll noch im Oktober mit einer offiziellen Eröffnung in Betrieb gehen, heißt es bei der zuständigen Umweltbehörde.

Die neuen Schranken auf dem größten Parkfriedhof der Welt sind auf der Mittelallee in Höhe der Stahlskulptur „Grablegung Jesu“ von Gloria J. Umlauft-Thielicke installiert und können legal nicht umfahren werden. Allerdings gibt es die Möglichkeit, mit Elektronik-Jetons, die von der Friedhofsverwaltung ausgegeben werden, die Schranken zu passieren. Dies ist beispielsweise für Gärtner und Bestatter vorgesehen, die auf dem 389 Hektar großen Gelände Arbeiten auszuführen haben, aber auch für Trauerzüge und natürlich für die HVV-Busse. „Jedes Grab wird weiterhin mit dem Auto zu erreichen sein“, sagt Björn Marzahn, Sprecher der Umweltbehörde. Es gebe auch Überlegungen, dass enge Verwandte, die zwei Grabstellen in verschiedenen Teilen des Friedhofs zu betreuen haben, ebenfalls Jetons bekommen können.

Die Schranken sind das Ergebnis der Veranstaltungsreihe „Nachbarschaftscafé“ und einer Bürgerbeteiligung. Immer wieder gab es die Forderung, den reinen Durchgangsverkehr, den die Polizei auf rund 3000 Fahrzeuge pro Tag schätzt, zu unterbinden. Angedacht war ursprünglich ein Parkhäusern ähnliches Bezahlsystem. Diese Idee wurde aber nach massiven Protesten aus Politik und Bevölkerung fallen gelassen. Nun sind weiterhin die vier Straßenzufahrten zu den mehr als 200.000 Grabstellen (Fuhlsbüttler Straße, Borstels Ende, Bramfeld und Seehof) kostenlos und ungehindert zu benutzen.

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