8. April 2020
Bramfeld

Finanzen und Corona zum Trotz

50er-Jahre-Museum schmiedet große Pläne für die Zukunft

Im Vor-Dolby-Zeitalter: Plattenspieler, Tonbandgerät und Radio aus den 50er-Jahren Fotos: tel

BRAMFELD Die Angelegenheit liegt beim Rechtsamt. Diese Auskunft bekommt Klaus Fink (70), Gründer und Leiter des 50er-Jahre-Museums dieser Tage allenthalben. Weil das Bezirksamt der Einrichtung seit August vergangenen Jahres den ursprünglich zugesagten Mietzuschuss von 22.000 Euro jährlich verweigert (das Wochenblatt berichtete), hängt das ganze Projekt in der Schwebe.

Mit der Corona-Krise hat sich Finks finanzielle Situation noch einmal verschärft: „Fest eingeplante Wander-Ausstellungen fallen weg, dazu die Spendeneinnahmen von Museumsbesuchern.“ Denn das Haus in der Bramfelder Chaussee 282 konnte in den vergangenen Monaten ein durchaus respektables Publikumsinteresse vorweisen. Fink: „Allein an Wochenenden hatte ich acht Veranstaltungen in den letzten drei Monaten. Die Gruppen kamen aus ganz Hamburg und einem Umkreis von rund 50 Kilometern außerhalb der Stadt.“ Zuletzt besuchten größere Besuchergruppen von Awo und Alsterverein die Einrichtung. Auch die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 750. Geburtstag Bramfelds im nächsten Jahr laufen trotz der Finanzmisere weiter. Geplant sind unter anderem eine Modenschau, eine Oldtimer-Parade und eine Sonderstempel-Aktion mit der Deutschen Post.

Unterstützt wird Fink inzwischen von Peter Lüth, dem Vorsitzenden des angesehenen Bramfelder Heimatvereins „up ewig ungedeelt“ von 1895. Peter Lüth ist gegenüber dem Bezirksamt als Vertreter und Vertrauensperson benannt und plant, das Vereinsarchiv mit einem kleinen Büro im 50er-Jahre-Museum anzusiedeln: Da die vom Bezirksamt geforderten regelmäßigen Öffnungszeiten inzwischen gewährleistet scheinen (dienstags bis freitags 11 bis 17 Uhr; sonnabends und sonntags Gruppen nach Vereinbarung), „könnte ich hier auch Vereinsmitglieder empfangen“, meint Lüth. Ja, es könnte alles so schön sein, wenn Corona und das Bezirksamt mitspielen.

 

Im Vor-Dolby-Zeitalter: Plattenspieler, Tonbandgerät und Radio aus den 50er-Jahren Fotos: tel

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