14. Mai 2022
Bramfeld

Erst Jammertal – dann Goldgrube?

Geschäftsleute beklagen den Brado-Zustand

Die Brado-Passage in diesen Tagen: „Ein paar Bäume mehr würden schon helfen“, meint der Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe Foto: tel

BRAMFELD Geschäftsleute aus der Bramfelder Dorfpassage (Brado) haben einen Brandbrief an Regionalausschuss und Bezirksversammlung Wandsbek geschickt. Tenor: Die Fußgängerpassage zwischen dem Dorfplatz und dem Marktplatz weist zahlreiche Mängel auf.

Sie fordern, die Bezirkspolitik solle sich bei der Stadt als dem Eigentümer des Verbindungsweges für Verbesserungen einsetzen. Der Brandbrief kursiert schon seit Spätsommer 2021: Abgearbeitet wurde die Angelegenheit jedoch noch nicht. Ähnlich langwierig wie die (um Jahre verspätete) Eröffnung der Fußgängerverbindung – zunächst musste eine Eigentumsübertragung für die benötigte Fläche von den privaten Anliegern auf die Stadt Hamburg über die Bühne gebracht werden – scheint jetzt der Betrieb zu funktionieren.

Die Ladenbesitzer (mindestens einer musste zwischenzeitlich schon aufgeben) präsentieren eine umfangreiche Mängelliste: Die Passage hallt stark, ist kalt, zugig, betonlastig und ungemütlich; nachts fühlen sich Passanten unsicher; im Sommer wird es zu warm; es gibt wenige Mülleimer, aber viel Müll; die Geschäftsinhaber werden nicht in die Eventplanung einbezogen. Und demnächst kommt noch die U-Bahnbaustelle dazu. „Der Brado-Standort hat das Zeug zur Goldgrube, wenn die U-Bahnlinie eröffnet ist. Davor müssen die Geschäftsleute aber durch ein tiefes Tal marschieren“, erklärte eine Kennerin der Szene. Es muss also zunächst mit weiteren Insolvenzen gerechnet werden.

„Man kann die Klagen der Geschäftsleute verstehen. Erst zog sich die Fertigstellung zwei bis drei Jahre hin. Und jetzt wird eine Seite bald durch die U-Bahnbaustelle dicht gemacht. Die Kaufleute erwarten eine Kompensation durch die Stadt. Auch die Politik hat bei der Planung geschlafen“, erklärt der Bramfelder CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe.

Anders sieht es Marc Buttler, Vorsitzender der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Das Vorhaben wurden wie geplant umgesetzt. Ich sehe jedenfalls keine Verpflichtungen für das Bezirksamt zur Nachbesserung. Aber man kann über vieles reden. Unser Ziel ist ein Gespräch mit den Geschäftsleuten.“ Buttler kündigte gegenüber dem Wochenblatt an, dass es einen Ortstermin mit den betroffenen Geschäftsleuten geben wird.

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