4. Juni 2022
Bramfeld

Erinnerungen an das alte Bramfeld

Klasse 9a beging 65-jähriges Abgangsjubiläum

Lang ist’s her: Klasse 9a mit Lehrerin Jutta Kaiser in der Mitte Fotos: tel

BRAMFELD Das Jahr 1957: In Rom wurde die EWG als Vorläufer der Europäischen Union gegründet, die Sowjets schossen mit ihrem Sputnik den ersten Satelliten ins All – und in der Bramfelder Schule am Dorfplatz wurden mehr als 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a in den sprichwörtliche „Ernst des Lebens“ entlassen.

Für immerhin 13 von ihnen gab es auch nach 65 Jahren aund Renate Wurnig (74) organisieren die seit mehr als 20 Jahren gefeierten Wiedersehen-Partys jährlich. Frei nach dem Motto „Weißt Du noch…?“ blühen Flachs und Döntjes bei Kaffee und Kuchen, tauscht man Fotos und Erinnerungen aus. Bis 2007 war sogar die ehemalige Klassenlehrerin Jutta Kaiser mit von der Partie. Wurnig schmuggelte sie erstmals im Jahr 1989, als Kellnerin verkleidet, beim Treffen im damaligen Gasthaus „Zur Friedenseiche“ (Wellingsbüttel) ein und amüsiert sich noch heute köstlich über den gelungenen Coup.

Der aufmerksame Zuhörer erfährt, dass sich doch einiges geändert hat in den letzten 65 Jahren. Von Platz zu Platz wandert dazu eine dicke Mappe mit alten Fotos und Einladungsbriefen, die – weil der Adressat unbekannt verzogen war – an den Absender zurück gingen. Ursula Drexhage (81) zeigt Gruppenbilder von Klassenfahrten nach Amrum und ins Weserbergland: „Damals mussten immer Eltern mitfahren zum Bekochen und Aufpassen – sonst kamen die Reisen nicht zustande. Auch meine Eltern haben dafür ihren Urlaub geopfert“.

Fast alle Ehemaligen wohnen noch immer im nahen Umkreis von Bramfeld – der Ex-Schüler mit der weitesten Anfahrt kam diesmal aus dem Landkreis Harburg. Stark verändert aber hat sich das Gesicht des Bramfelder Dorfplatzes: Zur Schule gehörten damals Baracken für den Nachmittagsunterricht in der Herthastraße – längst abgerissen. Halbwaise Günther Cornehl erinnert sich noch an die Gärtnerei Cornehl seiner Großeltern an der Einmündung Ellernreihe/Heukoppel.

Dazu gehörte bis in die 1960er Jahre ein reetgedecktes Bauernhaus dort, wo heute das Saga-Hochhaus steht. Ein paar Schritte entfernt der flache und modrige Dorfteich, an dem sich Bramfelds Jugend so manche Schlammschlacht lieferte. Nächstes Jahr ist das 66-jährige Abgangsjubiläum, und Klasse 9a hat sich das Wiedersehen fest vorgenommen.

Ursula Drexhage zeigt alte Fotos früherer Klassentreffen Foto: tel

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