7. Oktober 2020
Bramfeld

Endgültig: Jetzt gehen die Lichter aus

50er-Jahre-Museum schließt zum 1. November

Foto aus besseren Tagen: Klaus Fink vor seinem 50er-Jahre-Museum an der Bramfelder Chaussee Foto: tel

BRAMFELD Das Kapitel 50er-Jahre-Museum ist beendet. Der Museumsverein muss die Räume in der Bramfelder Chaussee 282 bis zum 1. November geräumt haben.

Nach Mitteilung des Vereinsvorsitzenden und Museumsgründers Klaus Fink (70) war der Trägerverein „Die Goldenen Fünfziger Jahre“ als Mieter der Erdgeschoss-Räume dem Vermieter zuletzt 14 Monatsmieten schuldig, davon rund 90 Prozent wegen der fehlenden Zuschüsse vom Bezirksamt Wandsbek. Das Bezirksamt hatte – wie berichtet – dem Verein die Zahlung der Mietzuschüsse kurzfristig ab August 2019 gestrichen. Begründung: Mietrückstände an anderer Stelle, ein fehlendes Finanzierungskonzept und nicht eingehaltene Öffnungszeiten.

Fink hält die Vorwürfe weiterhin für unbegründet: „Das Museum hatte nur an einem einzigen zugesagten Öffnungstag im vergangenen Jahr geschlossen – wegen eines Wasserschadens im Lager. Alle anderen Vorwürfe entsprechen nicht der Wahrheit. Der Museumsverein hat nur einen Fehler gemacht: Wir hätten sofort einen Rechtsanwalt einschalten müssen, als das Bezirksamt seine Zahlungen einstellte.“

„Hatten 1000 Besucher“

Der Museumsverein hat inzwischen das Bezirksamt vor dem Verwaltungsgericht auf die ausstehenden Zuschüsse verklagt. Fink verweist außerdem darauf, dass rund 80 Gruppen mit jeweils acht bis zwölf Personen 2019 durchs Haus geführt wurden. Von der Eröffnung im November 2018 bis zur vorübergehenden Corona-Schließung Anfang März hätten rund 1000 Besucher das Museum aufgesucht. Gegenüber dem Wochenblatt bezifferte der Vereinsvorsitzende das Minus in der Vereinskasse auf rund 30.000 Euro, das vor allem durch die – nunmehr verlorene – Einrichtung des Museums zustande gekommen sei.

Der Museumsverein will jedoch auch zukünftig seine mobilen Ausstellungen mit 50er-Jahre-Exponaten etwa in Einkaufzentren veranstalten. „Der Verein bleibt bestehen, und die mobile Sammlung erhalten. Darüber hinaus gibt es natürlich bei Sammlern Interesse an dem einen oder anderen Exponat.“ Außerdem sucht Fink einen Partner, um das stationäre Museum an anderer Stelle wieder aufzubauen.

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