14. Oktober 2020
Bramfeld

Ein Teilsieg für die „Waldretter“

Bürgerinitiative hat Rodung vorerst gestoppt

Mitglieder der Bürgerinitiative „Bramfeld 70“ vor dem Eingang zum neuen Wald am Mützendorpsteed Foto: tel

BRAMFELD Zwischen den Straßen Mützendorp­steed, Hildeboldtweg, Trittauer Amtsweg und Bramfelder Chaussee ist ein etwa ein Hektar großer Wald gewachsen. Jetzt hat die Bürgerinitiative „Bramfeld 70“ vor dem Verwaltungsgericht Hamburg einen Teilsieg errungen. Die geplanten Baumfällungen dürfen laut Gericht nicht vorgenommen werden, bis in der Hauptsache endgültig entschieden ist.

Zur Erinnerung: Im Februar dieses Jahres sollten mit Genehmigung des Bezirksamts Wandsbek 138 Bäume auf besagtem Grundstück gefällt werden. Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich gegen den Bebauungsplan „Bramfeld 70“ wendet, stellten sich damals den Baumfällern und ihren Maschinen in den Weg und verhinderten die Holz-aktion. Das Grundstück soll mit vier viergeschossigen Wohnblöcken mit 64 Wohnungen und einer Tiefgarage bebaut werden.

Das Gericht hatte eigens einen Ortstermin auf dem Gelände durchgeführt und nun nach Meinung der BI-Anwälte die Ansicht der Einwänder bestätigt, die da lautet: Auf dem Gelände stehen nicht einzelne Bäume, sondern ist ein Wald gewachsen, der nicht ohne Weiteres gerodet werden darf.
Die Anwälte: „Ohne ausreichende Prüfungen bei Aufstellung des Bebauungsplans hätte die Baugenehmigung gar nicht erteilt werden dürfen.“ Und Herbert Siegert von der Bürgerinitiative erklärt: „In diesem Fall gilt das Landeswaldgesetz, und danach hätte eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden müssen.“

Dagegen erklärt das Bezirks­amt Wandsbek, das die Baugenehmigung erteilt hat, dass es sich bei dem fraglichen Grundstück nicht um ein geschütztes Biotop im Sinne des Naturschutzrechtes handelt. Das Amt prüft derzeit eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG).

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