29. April 2020
Bramfeld

Ein Dankeschön an den Recyclinghof

Geplante Schließung scheint vom Tisch zu sein

Philipp Hentschel (links) und Sandro Kappe überreichen Jessica Schlawitscheck (stellvertretende Hof-Leiterin) original Bramfelder Cup Cakes Foto: tel

STEILSHOOP Die Mitarbeiter der städtischen Recyclinghöfe haben dieser Tage alle Hände voll zu tun: „Im Frühjahr ist immer am meisten los. Die Leute machen Frühjahrsputz und misten aus“, berichtet Dirk Zimmer (57), Chef der zwölf Höfe, die von der Stadtreinigung der Hansestadt betrieben werden.

Vor dem Hof am Schwarzen Weg bilden sich schon vormittags Autoschlangen. „Wegen der Corona-Abstände dürfen nicht so viele Kunden gleichzeitig auf den Hof fahren“: Zimmer appelliert deshalb an die Hamburger, Montage und Sonnabende – wenn’s geht – zu meiden.

Der Schwarze Weg ist mit rund 2000 Quadratmetern Fläche (der Durchschnitt liegt bei 6000 qm) der kleinste Recyclinghof der Stadt: „Es geht eng zu bei uns. Wenn ein Container voll ist, müssen wir für den Abtransport den ganzen Hof kurzzeitig sperren.“

Dennoch scheint die Diskussion um eine mögliche Schließung vom Tisch zu sein, ließ Zimmer durchblicken. Immerhin bringt es der Steilshooper Hof auf 80.000 Kundenfahrten im Jahr – alle Hamburger Höfe zusammen auf 1,5 Millionen. Nicht immer wird den Mitarbeitern dabei der nötige Respekt entgegengebracht. Dirk Zimmer: „Offensichtlich sind viele Kunden in der Corona-Krise besonders unentspannt. Ob es am Warten liegt oder an den Gebühren – von Meckereien bis Beleidigungen ist alles dabei.“ Besonders am Kassenhäuschen: Dort wird nach der Art des Mülls (gewerblich oder privat) und der Herkunft gefragt: „Das müssen wir, denn für privaten Abfall aus Hamburg sind die Kosten der Höfe bereits in der Müllgebühr enthalten – für Auswärtige aber nicht.“
Da passte es gut, dass sich die beiden Bramfelder CDU-Repräsentanten Sandro Kappe (Bürgerschaft) und Philipp Hentschel (Bezirksversammlung) mit gespendeten Cup Cakes vom Café amorebelle (Bramfelder Dorfplatz 10) bei den Mitarbeitern bedankten: „Gut, dass Hamburg seine Höfe auch in der Corona-Krise offen hält, während andere Bundesländer dicht gemacht haben“, meinten sie.

 

Dirk Zimmer rät Kunden, nicht montags oder sonnabends zu kommen Foto: tel

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