3. September 2022
Bramfeld

Behörden-Schelte eines Unternehmers

Verschleppung und Schikane bei Genehmigung

Die Architektenskizze zeigt die Eigentumswohnungen an der Haldesdorfer Straße (mit gelbem Dach), in der zweiten Reihe die preiswerten Wohnungen Grafik: Architekturbüro Olszowka

BRAMFELD Die kleine Ladenzeile an der Haldesdorfer Straße 115, Ecke Hegholt, ist längst Geschichte. Vor wenigen Tagen wurden die Flachbauten nun abgerissen. Dort sollen in einem fünfgeschossigen Komplex 55 Eigentumswohnungen, 22 öffentlich geförderte Wohnungen sowie 45 Parkplätze in einer Tiefgarage entstehen.

Der Hamburger Projektentwickler und Inhaber eines Architekturbüros, Roman Olszowka (74), mit dem das Wochenblatt sprach, ließ in Sachen Genehmigungsverfahren kein gutes Haar an den Behörden: „Eigentlich wollten wir das Projekt selbst errichten. Aber das ganze Genehmigungsverfahren hat viereinhalb Jahre gedauert. In dieser Zeit sind Kosten und Zinsen davongelaufen, die Baupreise explodiert. So blieb uns nur noch der Verkauf.“
Laut Olszowka haben ein holländisches und ein deutsches Unternehmen – „beide seriös“ – das Projekt übernommen und ziehen es jetzt hoch.

Das Grundstück hatte Olszowka nach eigenen Angaben 2015 erworben. Die Gesamtinvestition beläuft sich nach Mitteilung des Architekten auf rund 30 Millionen Euro (zehn Millionen für das Grundstück, 20 Millionen für den Bau). Dass Baugenehmigungen – nicht nur im Bezirk Wandsbek – scheinbar endlos lange dauern, findet der in Neiße (Schlesien) geborene Unternehmer, der in Krakau und Hannover Architektur studierte, „ätzend“, spricht von Verschleppung und Schikanen. Und zwar nicht nur beim Hegholt-Projekt.

Vielmehr mache seine Branche derzeit bei vielen Projekten ähnliche Erfahrungen. Der Diplom-Ingenieur sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland daher auf dem absteigenden Ast. Am Hegholt wird nun aber doch gebaut. Die Fertigstellung ist für 2024/25 vorgesehen.

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