9. April 2022
Bramfeld

Alles eine Frage der Berechnung

Koalition will Ärzteversorgung verbessern

Ärztehaus an der Gründgensstraße: Nicht nur Steilshoop meldet eine Unterversorgung Foto: tel

BRAMFELD/STEILSHOOP Bei der Ärzteversorgung kommt jetzt Bewegung ins Thema: SPD und Grüne haben einen Antrag in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht, um in Verhandlung mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) und den Krankenkassen eine Verbesserung der Versorgung betroffener Stadtteile mit Haus- und Kinderarztpraxen erzielen zu können.

Dies soll über eine veränderte Berechnung der sogenannten Planungsbereiche erfolgen. In dem Antrag wird auch darauf hingewiesen, dass die Stadt Berlin bei ähnlichen Problemen mit einer neu geschaffenen Ausnahmeregelung von einer kleinteiligeren Berechnung der Planungsbereiche Gebrauch macht. Die Bürgerschaftsabgeordnete Christa Möller-Metzger (Grüne) zum Wochenblatt: „Es geht um die wohnortnahe Versorgung mit Haus- und Kinderärzten. Hamburg hat insgesamt eine gute Ärzteversorgung. In einzelnen Stadtteilen sieht es freilich anders aus.“

Bislang stellt Hamburg einen einzigen Planungsbereich dar. So gerechnet, ist die Hansestadt bestens mit Kassenarzt-Praxen versorgt. Ein ganz anderes Bild zeigt sich in einzelnen Stadtteilen wie beispielsweise Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne. Das geht auch aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Sandro Kappe hervor.

Kinderarzt-Versorgung bei 50,8 Prozent

Kappe hatte das Thema Ärzteversorgung im Bezirk Wandsbek zuerst angesprochen. Laut Senat liegt der Versorgungsgrad mit Hausärzten in Steilshoop bei 62 Prozent, bei den Kinderärzten sogar nur bei 50,8 Prozent. Besser sieht es in Bramfeld aus. Dort liegt die Hausärzteversorgung bei 103 Prozent, bei den Kinderärzten allerdings nur bei 51 Prozent.

Insgesamt wird für den Bezirk Wandsbek eine Hausärzteversorgung von 99 Prozent und eine Kinderärzteversorgung von sogar 103 Prozent gemeldet. Aber auch diese Zahlen geben die Wirklichkeit nur unzureichend wieder, meint Kappe: „Einige Praxen nehmen keine neuen Patienten mehr auf, weil sie ausgelastet sind. Auch kommt es vor, dass Ärzte Patienten aus anderen Stadtteilen abweisen.“

Möller-Metzger wünscht sich sogenannte Gesundheitskioske mit niedrigschwelligen Beratungsangeboten in verschiedenen Stadtteilen. Bislang gibt es nur eine Einrichtung als Pilotprojekt in Billstedt. Für Steilshoop, das besonders unter einer Unterversorgung leidet, könnte es mittelfristig eine Verbesserung geben.

Der Senat jedenfalls berichtet, dass beim Bezirksamt Wandsbek ein Vorbescheidsantrag für ein Ärztehaus im Ruwoldtweg 2 vorliegt. Nähere Informationen dazu liegen allerdings bislang nicht vor.

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