7. Mai 2022
Hamburg-Mitte

Preis für Engagement und Verantwortung

Auszeichnung im Sinn Esther Bejaranos Wirkens

In der Nachkriegszeit erinnerte nur wenig an die Geschichte der Hamburger Widerstandsgruppe um Rudolf Wobbe (v.l.), Helmuth Hübener und Karl-Heinz Schnibbe Foto: privat

HAMBURG-MITTE Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat im Museum für Hamburgische Geschichte in Gedenken an Esther Bejarano den Preis „Verantwortung – damals und heute“ 2022 vergeben, um herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement im Sinne von Esther Bejarano sichtbar zu machen, zu ehren und zu fördern.

Mit dem Hauptpreis zeichnet die Jury das jahrzehnte- lange kontinuierliche Engagement gegen das Unrecht im Nationalsozialismus von Helga Obens aus. Ihre beharrliche Erinnerungsarbeit reicht von der Gründung des Arbeitskreises „Bücherverbrennung – Nie wieder!“ 1981 über den „Zug der Erinnerung“, der 2008 in Hamburg an die Deportation von mehreren 100.000 Kindern erinnerte, bis zur Beteiligung an Mahnwachen und der Namenlesung auf dem Joseph-Carlebach-Platz („Jeder Mensch hat einen Namen“) im Grindel-Viertel.

Ihre konstruktive Rolle im Zuge der Mediation zum Projekt Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof führte zuletzt im Januar dazu, dass das Dokumentationszentrum ein eigenes Haus am Ende des Lohseparks in der HafenCity erhält. 16 Jahre lang stand sie im Vorstand des Auschwitz-Komitees neben Esther Bejarano, mit der sie seit Jahrzehnten eine enge Freundschaft verband. Der Hauptpreis ist dotiert mit 2000 Euro.

Mit dem Förderpreis werden Jürgen Kinter und Gerhard Brockmann für das Filmprojekt „Vier gegen Hitler – Auf den Spuren der Helmuth-Hübener-Gruppe“ ausgezeichnet. Der Film dokumentiert die Lebens- und Widerstandsgeschichte der Helmuth-Hübener-Gruppe in der NS-Zeit, zugleich zeigt er das vielfältige Engagement von Jugendlichen und Erwachsenen, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Das filmische Vermächtnis ist damit auch ein aktueller Beitrag zu einer aktiven und kreativen Gedenk- und Erinnerungskultur. Der Förderpreis ist dotiert mit 500 Euro.

Der Preis soll Vereine, Ini-tiativen oder Einzelpersonen auszeichnen, die sich ehrenamtlich für die Hamburger Erinnerungskultur und Gedenkarbeit engagieren oder sich für Demokratieförderung, Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft einsetzen.

Helga Obens war 40 Jahre lang mit Esther Bejarano befreundet Foto: Bezirksamt

Auch interessant