13. November 2021
Hamburg-Mitte

Klimaschutzkonzept für Bezirk

Gewisse Radikalität gefordert – umfassende Beteiligung vorgesehen

Klimaschutz im Alltag: Immer wieder drängen sich die Busse am Billstedter U-Bahnhof Foto: Timm

HAMBURG-MITTE Der Zen­trumsbezirk der Hansestadt soll ein Klimaschutzkonzept bekommen.

Die Auftaktveranstaltung zum neuen Klimaschutzkonzept für Hamburg-Mitte fand digital, also ohne Verkehrsemissionen, statt: Mehr als 60 Teilnehmer saßen an ihren Bildschirmen (die aber nicht alle in Mitte wohnen, wie sich herausstellte).

Der stellvertretende Be-zirksamtsleiter Sven-Olaf Schöppner sagte, der Abend sei „Auftakt für einen umfassenden Beteiligungsprozess“. Es gibt bereits ein Teilkonzept für Billbrook, der Hamburger Klimaplan verlangt laut Schöppner nun, dass jeder Bezirk sein eigenes Klimaschutzkonzept verfasst.

Gesa Hastedt von der Stabsstelle Klimaschutz im Bezirksamt bekräftigte: „Die Zeit ist reif!“ Hamburg habe seine Klimaziele verschärft, und man wolle alles dafür tun, „eine klimafreundliche Gesellschaft zu realisieren“. Ihre Kollegin Estrella Piechulek ergänzte, es gehe um Wirtschaft und Industrie, Gewässer, Grün und Straßen, Hochbau und Stadtentwicklung und Klimakultur. Das Bezirksamt jedenfalls will bis 2030 klimaneutral sein. Klar ist auch dies: Klimaschutz sei eine Querschnittsaufgabe.

Professor Jörg Knieling von der HafenCity-Uni (HCU) ist der stellvertretende Chef des Hamburger Klimabeirats. Der Wissenschaftler sagte, Städte hätten eine besondere Vorbildfunktion. Knieling nannte Bereiche, in denen Klimaschutz eine Rolle spiele: Gebäudeeffizienz, die Mobilitätswende (und dabei den sogenannten Modal Split, die klimaneutrale Wirtschaft und die Klimaanpassung. Weitere Stichworte waren die Ent-siegelung von Flächen und Experimente (etwa die pro-visorische Umwandlung des Jungfernstiegs zur Fahrrad- und Fußgängertrasse.

Was tut die Wirtschaft? Christian Hein und Kirsten Knick von Aurubis beschrieben, wie das Spezialunternehmen auf Recycling bei Rohstoffen und Nachnutzung von Abwärme setzt. Dazu existieren Angebote in Sachen Mitarbei-termobilität: das Jobrad, einen Ladepark für E-Antrieb, der ÖPNV.
Dörte Inselmann vom Kul-turpalast Billstedt äußerte, Klimaschutz sei eines „der wichtigsten Zukunftsthemen“. Kultur sei Identitätsträger der Gesellschaft. Ihr Kollege Nils Schmidt berichtete von Gemeinschafts- und Kooperationen mit Schulgärten; auch das Stadtmusical „Planet Billstedt“ (das Hamburger Wochenblatt berichtete) habe sich intensiv mit dem Klimathema auseinandergesetzt. Laut Moderator Jan Gerbitz soll es nun eine Onlinebeteiligung bis zum 3. Dezember geben, das Konzept dann im Sommer vorgestellt werden. Deutlich wurde an diesem Abend übrigens auch, dass Zuständigkeitsfragen möglicherweise zweitrangig sein sollten. Prof. Knieling: „Die Wortmeldung von unten nach oben ist aufwendig“.

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