12. November 2022
Hamburg-Mitte

Durchgängigkeit mit Lücken

Horner Geest Leitsystem nimmt mit Verzögerung „grüne“ Gestalt an

Ein „Infostein“ in Borgfelde informiert über das Bürgerprojekt Geestschaukel Fotos: Fraude

HAMBURG-MITTE Seit Projektbeginn der „Landschaftsachse Horner Geest“ 2015 entstand zwischen Hauptbahnhof und Öjendorfer See nach und nach „Hamburgs längster Park“, wie es offiziell etwas überschwänglich heißt. Nicht weniger als ein lebendiger und einladender Freiraum nimmt hier allmählich Gestalt an – mit durchgängigem Rad- und Fußweg, Bäumen, Wiesen, Sitzplätzen sowie diversen Aktivitäten unter freiem Himmel.

Von „Durchgängigkeit“ im eigentlichen Sinne kann auf dieser Achse allerdings nicht überall die Rede sein. Vielmehr ist die gerade hier anzutreffende vielschichtige Stadtlandschaft auch durch Barrieren und Brüche gekennzeichnet, was ein Leitsystem, welches sowohl lenkt als auch informiert, notwendig erscheinen ließ. Teile davon sind schon länger entlang der Route sichtbar – „Geestbänke“, die auch die Geestkante symbolisieren, als immer wiederkehrendes Sitzelement und auch die Nistkästen in den Bäumen als Wegbegleiter.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte bestätigt nun, dass die Baumaßnahmen des Leitsystems noch nicht vollständig abgeschlossen sind: Infotafeln beziehungsweise -platten seien vom Auftragnehmer noch anzubringen und Absperrungen sowie Schutzmaßnahmen mit Pappe zu entfernen.

Leider habe es durch ein Insolvenzverfahren der ausführenden Firma erhebliche Verzögerungen bei der Ausführung des Leitsystems gegeben. Einige Elemente konnten auch aufgrund von noch nicht fertig gestellten Baustellen, wie die Maßnahmen zur künftigen U-Bahnlinie 4, bisher nicht eingebaut werden. Zudem konnte der erste „Meilenstein 0“ beim Steintordamm/Steintorwall bisher nicht gesetzt werden, da in diesem Bereich erhebliche Umbauten geplant seien.

Entlang der Veloroute 8 in Borgfelde und Hamm wurden einige – jeweils in grün gehaltene – Elemente des Leitsystems bereits gut sichtbar aufgebracht: Bodenmarkierungen bzw. Wortmarken sowie kleine Betonelemente (Meilensteine mit den jeweiligen Kilometerangaben) säumen ungefähr alle 200 m den Weg der Achse. Zu den größeren Betonelementen gehören Wegweiser-Stelen, die an unübersichtlichen Kreuzungspunkten die Richtung angeben. Orientierungssteine zeigen den gesamten Verlauf der Achse und erklären die Hintergründe; Infosteine liefern schließlich Informationen zu den Bürgerprojekten und den besonderen Orten entlang der Landschaftsachse.

Eine Wegweiser-Stele an der U-Bahn-Station Hammer Kirche ist bisher noch von einer Absperrung umgeben

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