2. Oktober 2021
Hamburg-Mitte

Bezirksamtsleiter geht nach Berlin

Falko Droßmann gewinnt Direktmandat in Mitte

Bundestagswahl 2021 Grafik: gettyImages

Bundestagswahl 2021 Grafik: gettyImages

HAMBURG-MITTE Mit Falko Droßmann zieht erstmals bei einer Bundestagswahl ein vorheriger Hamburger Bezirksamtsleiter in das nationale Parlament ein. Der SPD-Politiker leitete das Bezirksamt Mitte seit Februar 2016, hatte sich während des Wahlkampfs beurlauben lassen und errang als Kandidat für den Bundestagswahlkreis 18 (Hamburg-Mitte) am vergangenen Sonntag 33,2% der Erststimmen.

Droßmann befindet sich damit in der Nachfolge des „legendären“ Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs, der seit 1998 für die SPD im Wahlkreis direkt gewählt worden war und im Mai 2020 überraschend alle seine politischen Ämter und Mandate niederlegte. Droßmann freut sich über das „tolle Ergebnis“, welches deutlich mache, dass sein „Kernthema soziale Gerechtigkeit“ vielen Menschen in Stadtteilen wie Horn, Billstedt und Dulsberg sehr wichtig sei. Über einen Kandidaten für die künftige Bezirksamtsleitung wird dem Vernehmen nach sehr bald in SPD-Mitte-Gremien beraten.

CDU-Direktkandidat Christoph de Vries holte lediglich 13,1% der Stimmen, konnte aber sein Bundestagsmandat knapp verteidigen, da er parallel auf Platz 3 der Landesliste kandidiert hatte. Nach einer persönlichen „Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem glücklichen Ende“ sei nun „eine schonungslose Analyse der CDU-Stimmenverluste notwendig“, um „wieder richtig Boden gut zu machen“, so de Vries.

Bundestageinzug verpasst

Trotz eines Rekordergebnisses auch bei den Erststimmen im Wahlkreis (26%) verpasste der Vorsitzende der Grüne-Bezirksfraktion Mitte, Manuel Muja, den Einzug in den Bundestag. Gleichwohl freut er sich sehr über den „großen Zuspruch in den letzten Wochen im Wahlkampf“. Die Kandidaten David Stoop (Die Linke – 9,1%), James Blum (FDP – 8,1%) und Nicole Jordan (AfD – 4,9%) blieben jeweils einstellig.

Bei den Zweitstimmenanteilen gab es (auch) im Wahlkreis Mitte deutliche Veränderungen: Während sich das Ergebnis der CDU halbierte, verdoppelte sich das der Grünen nahezu, die nur knapp hinter der SPD landeten: SPD 28,6% (2017: 23,8%), Grüne 27,9% (14,4%), CDU 11,2% (23,5%),

FDP 10,4% (9,3%), Die Linke 8,7% (14,9%), AfD 5,1% (8,0%), Übrige 7,9%. Die Wahlbeteiligung betrug 74,2% und erhöhte sich damit um 2% im Vergleich zu 2017, lag aber 3,6% unterhalb des gesamtstädtischen Ergebnisses. Mit 49,5% war der Briefwähler-Anteil in Mitte etwas niedriger als in Hamburg insgesamt (51,3%).

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