15. Juli 2020
Billstedt

Völkerverständigung im Grünen

Interkultureller garten weiterhin auf einem guten Weg

Vereinsmitglied Hanna Bielewa (mit ihrem Enkel Leo) freut sich über ihr blühendes Einzelbeet im Interkulturellen Garten Fotos: Fraude

BILLSTEDT Der Interkulturelle Garten (IKG) gehört glücklicherweise nicht zu den Pandemie-Verlierern: „Die Ansteckungsgefahr ist doch im Freien viel niedriger als in Einkaufszentren“, hebt die Vorsitzende des Vereins, Elisabeth Thun, hervor. So wurde die „grüne Oase“, die den „bunten Stadtteil“ noch lebenswerter macht, wie es auf der Homepage des IKG heißt, weiterhin gerne genutzt.

Der Garten sei aber auch nicht „rappelvoll“ gewesen – manche (ältere) Mitglieder waren doch ängstlich und seien oft frühmorgens gekommen, weil dann niemand sonst anzutreffen war. Inzwischen habe sich die „Anspannung“ aber merklich gelegt.

Während des Lockdowns hätten die Allgemeinvorgaben für Kleingärten als Orientierung gedient. Eine Maskenpflicht gab und gibt es zwar nicht, aber andere Regeln, auch das Grill- und Picknickverbot, haben hier ebenfalls gegolten, so die Vizevorsitzende Katrin Lademann. Auch seien Gemeinschaftsarbeiten abgesagt, Besuchsmöglichkeiten im Garten auf die Mitglieder begrenzt sowie der persönliche Austausch reduziert worden. Die Kommunikation finde immer noch vornehmlich per E-Mail statt.

Notwendige Arbeiten wurden in den vergangenen Monaten nicht der Spontaneität überlassen, sondern „in Bahnen gelenkt“. Frau Lademann hat die Mitglieder individuell angesprochen und einen Plan erstellt, wer zum Beispiel den Rasen mäht, die Hecke schneidet, den Kompost bearbeitet oder das Schreddergut auffüllt.

Im Mai 2011 entstand der Interkulturelle Garten in Billstedt nach dem Vorbild ähnlicher Projekte nicht nur in Hamburg und Deutschland, sondern auch im Ausland. Hier werden urbane (ökologische) Gartenflächen möglichst generationen- und kulturübergreifend durch Menschen bewirtschaftet, die auch noch andere gemeinsame Aktivitäten verbindet.

Einzelflächen möglich

Das den Verein auch mit Fördermitteln unterstützende Bezirksamt bot zunächst 1000 Quadratmeter Fläche an, die schnell um das Doppelte erweitert werden durfte. Die Besonderheit in Bill-
stedt ist, dass den Mitgliedern, falls verfügbar, auch Einzelflächen überlassen werden. Im vergangenen Jahr habe es beim IKG einen Zuwachs auch an jüngeren Leuten gegeben, freut sich Katrin Lademann. Der Verein zählt zurzeit 34 „aktive“ und reine Fördermitglieder, die zu einem Drittel aus anderen europäischen Ländern sowie Afrika stammen.

Alle sind froh, dass seit Juli wieder Personen aus mehreren Haushalten zusammentreffen und einige Projekte gemeinsam angegangen werden können. So soll der Garten noch „naturgemäßer“ gestaltet und Zaunteile sowie die Eingangspforte auf Vordermann gebracht werden.

 

Ein angemalter Container, in dem Gartengeräte, Gießkannen und Geschirr untergebracht sind, schmückt das Gelände Foto: Fraude

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