16. April 2022
Billstedt

Suche nach den lange unbekannten Wurzeln

Buchvorstellung und Lesung im Mehrgenerationenhaus

Walter Wächter (3.v.l.) war begeisterter Leichtathlet und Fußballspieler im HSV Repros: Wächter

BILLSTEDT Vielleicht wäre ihm das frühere Leben von Walter Wächter (1913-1983) nie bekannt geworden. Doch dann entdeckt sein Sohn Torkel lange nach dem Tod des Vaters auf dem Dachboden im Stockholmer Elternhaus Briefe aus dem KZ Fuhlsbüttel.

Nur allmählich wird ihm klar: Die Briefe stammen von seinem Vater. So startet Torkel die Suche nach seinen Wurzeln. Auf vier Kontinenten findet er Wegbegleiter des Vaters. Sie mussten ihre Heimat verlassen, weil sie gegen die Nazis waren oder Juden – oder beides.

Bei Besuchen erfuhr er ihre Geschichte und rekonstruierte das unbekannte Vorleben seines Vaters: Der junge Walter lebte mit Familie in Eimsbüttel, war Leichtathlet und begeisterter Fußballspieler im HSV, machte an der Schlankreye Abitur, doch als Jude wurde ihm ein Studium an der Uni verwehrt. 1935 verhaftete ihn die Gestapo, er wurde zu drei Jahren Zuchthaus in Fuhlsbüttel verurteilt und musste Folterungen überstehen. 1938 gelang ihm die Flucht aus Deutschland. Auf seinen Spuren reiste Torkel quer durch Europa. Seine Recherchen wurden zum Stoff eines biografischen Romans.

Eintritt ist frei

Torkel S Wächter (61) ist Schwede, 2006 wurde er zudem deutscher Staatsbürger: Endlich angekommen bei seinen lange unbekannten Wurzeln.

Das Mehrgenerationenhaus lädt ein zur Buchvorstellung und Lesung mit dem Autor – unter aktuellen Corona-Auflagen. Ralph Ziegenbalg von der Geschichtswerkstatt Billstedt wird durch diesen Abend führen.

Do., 21. April, 19.30 Uhr, Merkenstraße 4, Eintritt frei, nur mit Anmeldung unter T 712 02 79

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