12. August 2020
Billstedt

Sportabzeichen unter Corona-Bedingungen

Abnahme auf dem Sportplatz Hammer Park ist wieder möglich

Gruppenbild mit Abstand: „Sportabzeichen-Beauftragte“ Svenja Matzke (r. mit Mann und Kindern) und die Betriebssportgruppe Philips LG Fotos: Fraude

HAMM Inzwischen ist dienstags auf dem Sportplatz im Hammer Park fast alles wie früher: Mitglieder der Betriebssportgruppe Philips LG betätigen sich gemeinsam oder alleine in dem attraktiven „Stadion“, wo auch schon überregionale Wettkämpfe stattfanden.

Einmal monatlich steht die Abnahme des Sportabzeichens im Vordergrund, die von April bis Oktober nach Anmeldung auch externen Teilnehmern offensteht. Die örtliche „Sportabzeichen-Beauftragte“ Svenja Matzke (41) ist wegen der Pandemie noch froh, dass es nicht allzu viel Zulauf gibt. Seit Juni wird die Leistungsabnahme hier wieder angeboten, aber unter veränderten Bedingungen: Ausreichend Abstand auf den Laufbahnen muss gegeben sein, Umkleideräume und Duschen sind noch nicht zu nutzen, Namen und Kontaktdaten der Freizeitsportler werden festgehalten. Auch dürfen die Geräte nicht mehr gemeinsam aus dem Schuppen geholt, sondern müssen zuvor auf einem Wagen bereitgestellt und später desinfiziert werden. Um Punkt 20 Uhr sollen alle das Gelände verlassen haben.

Der beliebte Hammer Sportplatz ist der einzige „Stützpunkt“ im Bezirk Mitte nördlich der Elbe, wo das traditionsreiche Deutsche Sportabzeichen bei Leichtathletik-Disziplinen abgenommen werden kann. Für Radfahren, Turnen und Walking müssen Interessierte andere Stätten aufsuchen; die Schwimmabnahme ist noch im nahegelegenen Freibad Aschberg oder auch in Bill-stedt möglich.

In den vergangenen Jahren sei das Interesse am Sportabzeichen zurückgegangen, berichtet die gelernte Heilpraktikerin Matzke – was von Stephanie Klein vom Hamburger Sportbund bestätigt wird: „Es gibt Sportarten, die gerade für die jüngere Generation ‚more fancy‘ sind“ – wie BMX, Parkour oder Freeclimbing.

Das Abzeichen wird inzwischen eher von Menschen ab dem mittleren Alter abgelegt, da hier die „typischen“ Disziplinen immer noch Bedingung sind. Auch die Prüfer, mit einer Trainer-Lizenz oder einem speziellen Lehrgang ausgestattet, üben ihre Tätigkeit in der Regel lange aus. In Hamburg haben im vergangenen Jahr 1967 Kinder und Jugendliche sowie 1350 Erwachsene das Sportabzeichen erworben, aus durchaus unterschiedlichen Motiven: In der Mehrheit wohl aus eigenem Antrieb, aber auch Sportstudenten, die es für das Examen brauchen oder weil Krankenkassen ihre Mitglieder mit Vergünstigungen belohnen.

Zumindest über Prüfernachwuchs muss man sich keine Sorgen machen: Betriebssportgruppenmitglied Marco Kosbü (38), der das Sportabzeichen regelmäßig in der Kategorie Gold erworben hat, möchte sich zum Trainer ausbilden lassen und könnte es dann auch für andere abnehmen.

Die nächsten Termine: donnerstags 18. August und 8. September, 18–20 Uhr, Infos und Anmeldung bei Svenja Matzke, T 0176/498 670 09

 

„Prüferin“ Svenja Matzke (l.) nimmt das Sportabzeichen in der Disziplin Weitsprung ab Foto: Fraude

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