23. Januar 2021
Billstedt

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“

Straßenbeleuchtung: Hier gelten EU-Normen

In der Kapellenstraße leuchten nur auf einer Seite Lichter – am U-/Busbahnhof ist es aber hell Foto: Frank Berno Timm

BILLSTEDT Wie steht es mit der Straßenbeleuchtung? Ein Rundgang zeigt: Nachts können schon mal gute Augen nötig sein. Die Verwaltung findet allerdings, dass es genug Lampen gibt.

„Dunkel war’s, der Mond schien helle“ – das altbekannte Scherzgedicht hat in Billstedt eine ganz eigene Bedeutung: Die Straßen werden – bis auf Ausnahmen – nur auf einer Seite beleuchtet. Das gilt unter anderen für die durchaus verkehrsreiche Steinbeker Marktstraße, die Kapellenstraße, das Sonnenland. Selbst die Möllner Landstraße ist zwischen Kapellen- und Reclamstraße in der Regel einseitig mit Beleuchtungen versehen. In der Fußgängerzone zwischen Reclamstraße und Billstedter Marktplatz zieht sich auf der Seite der Post eine Zwillingsreihe Stehlampen den Weg entlang. Das bedeutet: Wo Bürgersteigpflaster reparaturbedürftig ist, kann es schon mal notwendig sein, die Augen in der Dunkelheit gut aufzumachen. Positiv dagegen: In manchen Grünanlagen gibt es wenigstens einzelne Lampen.
Auto- und Motorradfahrer kommen gewiss ohne weiteres mit dieser Situation klar, Radfahrer und Fußgänger möglicherweise weniger, auch diverse, nachts beleuchtete Werbetafeln oder Schaufenster machen es nicht wirklich heller. Die Dunkelheit kommt derzeit gegen halb fünf Uhr nachmittags, hell wird es gegen halb neun am nächsten Morgen (laut https://www.sunrise-and-sunset.com), die Nacht dauert also ungefähr 16 Stunden.

Nachts hell genug?

Ist es denn nachts hell genug? In Deutschland richtet sich die Art der Straßenbeleuchtung nach einer .europäischen Norm (DIN 13 201). Diese wird, wie Sprecher Dennis Krämer aus der Verkehrsbehörde betont, „nicht unmittelbar angewendet, sondern wird bei der kontinuierlichen Entwicklung der Bauregeln (…) berücksichtigt“. Krämer sagt außerdem, soweit es möglich sei, werde der „gesamte Verkehrsraum mit einer einreihigen Anordnung von Masten beleuchtet“, mehr gebe es nur in Ausnahmefällen (Gehwege in großem Abstand, räumlich getrennte Fahrbahnen). Die Beleuchtung sei „immer ausreichend dimensioniert“.

Betreiber ist die Hamburger Verkehrsanlagen GmbH. Sprecher Nils Schönrok erklärt, in der ganzen Stadt folge die Straßenbeleuchtung dem Grundsatz „so viel wie nötig“, um die der Verkehrssicherheit dienende Sichtbarkeit von Hindernissen und Gefahrenstellen“ zu unterstützen. Zweiter Grundsatz sei „so wenig wie möglich“, um unnötige Lichtemissionen zu vermeiden, die ökologische und ökonomische Folgen hätten. Fahrbahnen seien in der Regel heller beleuchtet als Geh- und Radwege. Ob alles in Ordnung ist, werde alle vier Jahre geprüft, dabei werde auch das „Leuchtmittel“ ersetzt.
Zur Kombination von schlechtem Pflaster und schwacher Beleuchtung sagt Dennis Krämer aus der Verkehrsbehörde, die Beleuchtung könne die Instandhaltung von Wegen nicht ersetzen, auch gute gepflegte Wege machen nach seinen Worten die Straßenbeleuchtung nicht überflüssig.

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