27. November 2021
Billstedt

Nächtlicher Lärm stört

Logistikzentrum bringt Nachbarn nachts auf die Palme

Laster

Hermes setzt bei seinen Logistikzentren auf E-Zustellung Symbolfoto: Hermes

BILLSTEDT/BILLBROOK Das 2019 eröffnete Logistikzentrum von Hermes direkt an der B5 sorgt für Ärger auf der anderen Seite der Schnellstraße. Nachbarn beklagen die nächtliche Lärmbelastung.

Willi Mittelstädt ist 80 Jahre alt und lebt in der Geesttwiete. Der Rentner fühlt sich extrem vom Logistikzentrum auf der anderen Seite der B5 gestört. Alle Versuche, etwas an der Situation zu ändern, sind nach seinen Worten gescheitert.

Von 21 Uhr abends bis 6 Uhr in der Früh wird laut Mittelstädt im Zentrum gearbeitet. Störend findet er nicht nur die Geräusche, die sich beim Bugsieren mit Containern (Stahl auf Stahl) ergeben, auch das Surren der Elektroautos zerrt an den Nerven. „Meine Nachbarin hat es erheblich schlimmer“, fügt Mittelstädt hinzu, sie wohne zwei Etagen über ihm und habe den Schutz durch Bäume, die vor seinem Fenster stehen, nicht mehr.
Ist denn der Betreiber auf die Nachbarn zugekommen? „Mit uns spricht keiner“, antwortet Mittelstädt. Und die B5? Auf der sei nachts bis auf ganz wenige Ausnahmen Ruhe, dafür strömt der Verkehr tagsüber. An der Geesttwiete herrscht also offensichtlich Lärm rund um die Uhr.

Friedemann Kaltofen von Hermes erklärt auf Anfrage, es lägen „derzeit keine offiziellen Beschwerden zur Lärmbelästigung“ vor. Das Unternehmen halte sich strikt an die in der Baugenehmigung erteilten Lärmschutzauflagen. Diese bestünden im Wesentlichen in „operativen Maßnahmen“, etwa durch gezieltes Aufstellen von Wechselbrücken auf der Südseite des Geländes. Man versuche, die nächtlichen Be- und Entladungsvorgänge auf ein Minimum zu reduzieren; allerdings muss nachts laut Kaltofen gearbeitet werden, damit die Zustellung tagsüber läuft. Im Bezirksamt Mitte sind die Klagen der Nachbarn dagegen bekannt.

Sprecherin Josefina Kordys bestätigt die imissionsschutzrechtlichen Auflagen. Im Bauvorbescheid von 2016, der sich online im Hamburger Transparenzportal findet, ist davon allerdings nur sehr verklausuliert die Rede – nach der schalltechnischen Untersuchung seien „Maßnahmen zum Schallschutz“ aus den Ergebnissen abgeleitet worden.

Jetzt, so Sprecherin Josefina Kordys weiter, laufe aufgrund der Beschwerden ein „immissionsschutzrechtliches Ermittlungsverfahren“, das noch nicht abgeschlossen sei: Konkrete Inhalte könnten deswegen „nicht genannt werden.

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